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Sophie La Roche-Preis an Elke Büdenbender - 30. April 2021

Die Präsidentin des Deutschen Akademikerinnenbundes Manuela Queitsch hat am 30. April 2021 den Sophie La Roche-Preis an Elke Büdenbender für ihr großartiges Engagement für Projekte, die die Bildung und Förderung von Kindern, Jugendlichen und Frauen zum Ziel haben, verliehen.
Dr. Auma Obama hat die Laudatio gehalten. Die Verleihung fand im Rahmen der Tagung Frauen aus aller Frauen Länder gestalten die Zukunft Deutschlands statt.

Elke Büdenbender

Dr. Auma Obama - Sauti Kuu Foundation

 

DAB-Tagung "Frauen aus aller Frauen Länder“ - 30. April 2021 am WZB, Berlin

Die Tagung des DAB "Frauen aus aller Frauen Länder gestalten die Zukunft Deutschlands" fand am 30. April 2021 im Wissenschaftszentrum Berlin statt.

Der deutsche Akademikerinnenbund will mit der Initiative Frauen aus aller Frauen Länder gestalten die Zukunft Deutschlands in Deutschland tätige, aktive Akademikerinnen aus aller Frauen Länder mit seinem Netzwerk unterstützen.

Ziel ist es, Akademikerinnen zu unterstützen, sich mit ihnen zu vernetzen und gegenseitige Interessen zu stärken. Wir wollen unsere Leistungen aufzeigen und unsere Stimmen für ein geschlechtergerechtes Deutschland in Gesellschaft und Wissenschaft erheben. 

Die Veranstaltung war eine Kooperation des Deutschen Akademikerinnenbundes mit dem Wissenschaftszentrum für Sozialforschung, Berlin und dem Center History of Women Philosophers and Scientists.

Sie fand am 30. April 2021, von 14.30 – 17.00 Uhr live statt.

 Der Link zum Stream

Unterstützung

Wir setzen uns für die Gleichberechtigung von Frauen in Familie, Beruf und Politik ein. Treten Sie in den DAB ein und unterstützen Sie uns.

Beitrittserklärung

Sie können die Arbeit des deutschen Akademikerinnenbundes mit Spenden unterstützen.

Programm der Tagung "Frauen aus aller Frauen Länder gestalten die Zukunft Deutschlands"

Freitag, 30.4.2021_14.30 – 17.00 UHR ONLINE

VERLEIHUNG DES SOPHIE LA ROCHE-PREISES AN ELKE BÜDENBENDER durch die Präsidentin des Deutschen Akademikerinnenbundes, MANUELA QUEITSCH

Laudatio: AUMA OBAMA

ROUND TABLE: FRAUEN AUS ALLER FRAUEN LÄNDER GESTALTEN DIE ZUKUNFT DEUTSCHLANDS
mit

JUTTA ALLMENDINGER
Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin

PETIA GENKOVA
Mitglied im Vorstand des Deutschen Akademikerinnenbunds, Professorin an der Hochschule Osnabrück

AYLA NEUSEL
Professorin em. der Gesamthochschule Kassel, frühere Vizepräsidentin der Gesamthochschule Kassel und Initiatorin der internationalen Frauenuniversität

LINN SELLE
Präsidentin der Europäischen Bewegung Deutschland

PARTO TEHERANI-KRÖNNER
Umweltsoziologin mit dem Schwerpunkt Gender und Globalisierung, Wissenschaftliche Beraterin des Hortinlea-Projekts an der Humboldt Universität zu Berlin

Diskussionsleitung:

RUTH HAGENGRUBER
Vizepräsidentin des Deutschen Akademikerinnenbundes, Direktorin des Center for the History Of Women Philosophers an der Universität Paderborn, Professorin an der Universität Paderborn

Deutschland ist ein Wissenschaftsstandort mit einer jahrhundertelangen Tradition. Viele Frauen aus aller Frauen Länder folgen seinem Ruf und prägen mit uns die akademische Wirklichkeit. Können sie dazu beitragen, unsere Gesellschaft zu verändern, zu verbessern? Haben sie genug Einflussmöglichkeiten dafür? Gestehen wir sie ihnen zu? Wohin wird diese Reise gehen?

In der Runde diskutieren Frauen, die Frauenuniversitäten gegründet, Forschungseinrichtungen geführt und Forschungen initiiert haben, mit Frauen, die nach Deutschland migrierten und hier ihren akademischen Weg gegangen sind. Was bewegt sie alle? Was muss und kann sich ändern, um den Akademikerinnen mehr Gehör zu verschaffen? Was ist für uns alle wichtig, um die Zukunft gemeinsam erfolgreich zu meistern?

Frauen aus aller Frauen Länder gestalten die Zukunft in Deutschland ist eine Initiative des Deutschen Akademikerinnenbundes.

Im Rahmen der Veranstaltung wird die Präsidentin des Deutschen Akademikerinnenbundes, Manuela Queitsch, den Sophie La Roche-Preis an Elke Büdenbender verleihen, um ihren Einsatz für Frauen anzuerkennen.

Die Laudatio hält Auma Obama, Gründerin der Auti Kuu-Stiftung, Kenia, die in Deutschland studiert und promoviert hat.

Die Tagung ist eine Veranstaltung des Deutschen Akademikerinnenbundes in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und dem Center for the History of Women Philosophers der Universität Paderborn.

Koordination der Veranstaltung: Ruth Hagengruber DAB, Katrin Schwenk WZB, Marianne Kriszio DAB

Weitere Informationen hier.

Deutschland ist ein Wissenschaftsstandort mit einer jahrhundertelangen Tradition. Viele Frauen aus aller Frauen Länder folgen seinem Ruf und prägen mit uns die akademische Wirklichkeit. Können sie dazu beitragen, unsere Gesellschaft zu verändern, zu verbessern? Haben sie genug Einflussmöglichkeiten dafür? Gestehen wir sie ihnen zu? Wohin wird diese Reise gehen?

In der Runde diskutieren Frauen, die Frauenuniversitäten gegründet, Forschungseinrichtungen geführt und Forschungen initiiert haben, mit Frauen, die nach Deutschland migrierten und hier ihren akademischen Weg gegangen sind. Was bewegt sie alle? Was muss und kann sich ändern, um den Akademikerinnen mehr Gehör zu verschaffen? Was ist für uns alle wichtig, um die Zukunft gemeinsam erfolgreich zu meistern?

Die Laudatio hält Auma Obama, Gründerin der Auti Kuu-Stiftung, Kenia, die in Deutschland studiert und promoviert hat.
Die Tagung ist eine Veranstaltung des DAB e.V. in Kooperation mit dem WZB und dem Center HWPS.

Frauen gestalten die Zukunft Deutschlands

Frauen gestalten die Zukunft Deutschlands

Neue Interview-Reihe im DAB-Youtube-Kanal

Die Präsidentin des DAB Manuela B. Queitsch eröffnet mit der neuen Interview-Reihe des DAB die Vorbereitungen zur Tagung "Frauen aus aller Frauen Länder" im April 2021. Im ersten Interview mit Kerstin Körner, Oberbürgermeisterin von Dippoldiswalde, werden Themen, wie z.B. weibliche Führung und Kommunikation herausgearbeitet, um das große Potential sichtbar zu machen, dass Frauen für die Gesellschaft sind.

 

Jutta Allmendinger im Interview mit Ruth Hagengruber
 

Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wirtschaftszentrums Berlin, bei der DAB-Tagung „Frauen aus aller Frauen Länder gestalten die Zukunft Deutschlands“.

“Ich stimme zu. Deutschland profitiert enorm von Frauen aus allen Ländern und schöpft doch die vorhandenen Potenziale bei weitem nicht aus. Dies liegt auch daran, dass diese Frauen zu wenig sichtbar sind, sich untereinander nicht kennen, zu wenig organisiert sind und daher nicht als Gruppe auftreten können. Frauen aus Deutschland haben zum Teil das gleiche Problem, bei Frauen aus anderen Ländern ist es ungleich größer.”

Jutta Allmendinger im Interview mit Ruth Hagengruber, Konsens 2020

 


AYLA NEUSEL


Sigrid Metz-Göckel

Aylâ Neusel im Interview mit Sigrid Metz-Göckel

Aylâ Neusel, Professorin em. der Gesamthochschule Kassel, frühere Vizepräsidentin der Gesamthochschule Kassel und Initiatorin der internationalen Frauenuniversität                                  

1. Frau Prof. Neusel, Sie sprechen von Bildungsmigration, was meinen Sie damit?
Als ich 1955 an der Technischen Universität Stuttgart mit dem Architekturstudium begann, waren wir in unserem Semester 6 Studentinnen von insgesamt hundert, alle waren Akademiker-, Architekten- oder Unternehmer-Töchter und ich eine von zwei ausländischen Studierenden. Unter den Lehrenden waren keine Frauen. Das war für mich überraschend, denn als gute Abiturientin war ich prädestiniert, wie die Besten aus Jungengymnasien ein Technik-Fach zu studieren. Das ist mein persönlicher Zugang zu dem Thema.

2. Was sagt die Hochschulforscherin dazu?
In der Zwischenzeit hat sich die deutsche Hochschule vom Eliten- zum Massensystem entwickelt. Innerhalb einer Generation hat sich die Studierendenquote verdreifacht. Heute nehmen 60% eines Jahrganges ein Studium auf.

In 2020 sind es 2,9 Millionen Studierende, darunter fast die Hälfte Frauen und 30% Migrant*innen mit und ohne deutschen Pass, 48% sind ‚first generation‘ - Studierende aus nicht akademischen Elternhäusern, ein Drittel ist nichttraditionelle Studierende, die mit einer beruflichen Qualifikation ein Studium aufnehmen.

Dadurch unterscheidet sich die Zusammensetzung der Studierenden erheblich nach Geschlecht, Vorbildung, sozialer und ethnischer Herkunft, nach Alter, wirtschaftlichem und beruflichem Status, Studienziel und Berufsaussichten.

Mit Bildungsmigration bezeichne ich genau diese Diversität der Sozialstruktur in der Hochschule. Ich fasse also den Begriff Migration breiter und schließe alle sozialen Gruppen ein, die sich bisher an Hochschulen in der Minderheit befanden, für sie die Hochschulbildung nicht gedacht war.

Was sind die Folgen? Meine These ist: Sie werden ihre Themen, Werte, Interessen und Aspirationen in die Hochschule einbringen. Damit verändern sie Studium, Lehre und Forschung  in der Hochschule.

Wandel der Hochschule unter Bildungsmigration: Das möchte ich gern erforschen.

3. Sie sind die Ideengeberin und Präsidentin der Internationalen Frauenuniversität (ifu). Was war dies für ein Projekt?
Die Internationale Frauenuniversität ‚Technik und Kultur‘ (ifu 2000) war ein Projekt von außergewöhnlichen und engagierten Kolleginnen aus (fast) der ganzen Welt, ein Versuchslabor für globale Hochschulreformen.

Angefangen mit einer Frage der Niedersächsischen Wissenschaftsministerin Helga Schuchardt (selbst Ingenieurin) was denn Genderforschung in  Naturwissenschaften und Technik sei, entwickelte sich die Diskussion darüber bis zu einer Frauenuniversität- mit zunehmender Akzeptanz, ja Begeisterung.

 So haben 100 Tage lang 747 sorgfältig ausgewählte Nachwuchswissenschaftlerinnen aus 105 Ländern zusammen mit 313 weltweit renommierten Forscherinnen und Lehrenden aus 49 Ländern neue Fragen an die Forschung gestellt, Konzepte für eine transnationale Wissenschaft diskutiert und Forschungsperspektiven jenseits des Eurozentrismus entwickelt.

 Die ifu hat den Beweis dafür angetreten, was ich als Wandel der Hochschule durch die Bildungsmigration bezeichne. Als Ergebnis ragt die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit heraus. Ich nannte es: mit dem Kopf der Anderen Denken.

4. Welche Wirkungen schreiben  Sie der ifu 2000 zu?
Vier Aspekte möchte ich herausheben:

  • Die weltweite Rekrutierung der Teilnehmerinnen war beeindruckend. Wir wollten jedoch darüber hinaus eine transkulturelle Wissenschaft initiieren. Dies war wohl ihr kostbarstes Ergebnis.
  • Die ifu war ein homosozialer Ort, in dem Frauen die Hauptrolle spielten, als Gegenstand der Forschung und Lehre wie als Gelehrte und Lernende, in Leitungs- und Dienstleistungsfunktionen verknüpft mit der kulturellen Diversität ihrer Teilnehmerinnen.
  • Die ifu praktizierte eine Neuordnung der Wissenskulturen. Die sechs Projektbereiche Arbeit, Information, Körper, Migration, Stadt und Wasser sprengten in ihrer globalen Bedeutung die Grenzen der Nationalstaaten und Wissenschaftsdisziplinen.
  • Die weltweite Wirkung ist bemerkenswert. Viele der ifu-Alumnae sind heute international vernetzt, sie bilden Forschungsgruppen, bieten Unterstützung und Förderung. Sie haben eine Professur, forschen über oder setzen ihre Studienergebnisse in produktiver Arbeit um.

5. In den ‚harten‘ ingenieurwissenschaftlichen Fächern sind Frauen weiterhin eine winzige Minderheit. Wie erklären Sie dies?
Die aggregierten Zahlen überdecken die Details. Wenn wir die Daten differenzierter analysieren, haben wir eine Überraschung: Die Frauen haben eine bewusste Studienfachwahl in Technikwissenschaften:

  • Sie bevorzugen interdisziplinäre Studienfächer wie Architektur, Raumplanung, Landespflege, Wasserwirtschaft (40-62%),  
  • Wenn sie Technikfächer studieren, interessieren sie sich für ökologisch und gesellschaftlich „nützliche“ Fächer, z.B. für Umweltschutz, Naturschutz, Gesundheitstechnik  (50-67%),
  • Mehr als ihre Kommilitonen wagen sie sich an noch nicht ‚etablierte‘ Studienfächer wie Lebensmitteltechnologie, Biomedizin, Agrarökonomie (33-57%),
  • Sie sind daher überdurchschnittlich in relativ „kleinen“ Fächern der Ingenieurwissenschaften anzutreffen.

Ich möchte das als einen Beitrag der Studentinnen zur Modernisierung der Technikfächer an der Hochschule diskutieren. Dies ist auch ein neues Forschungsthema.

 

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