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Über Solidarität und Scheinsolidarität. Ein Statement zum Muttertag aus feministischer Perspektive

20.05.2022

Ein Artikel, der sich rückblickend auf die Zeit der Corona-Krise fragt, wie solidarisch eigentlich mit denjenigen umgegangen wurde, die sich um Schutzbedürftige, also insbesondere Kinder, Kranke oder Pflegebedürftige kümmern. Das sind sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich ganz überwiegend Frauen. Festzustellen ist, dass denjenigen, die diese wichtigen gesellschaftlichen Aufgaben übernehmen und jüngst teilweise als „systemrelevant“ gefeiert wurden, zu wenig Mitbestimmungsmöglichkeiten eingeräumt werden – obwohl seit Jahren über Parität und Quoten diskutiert wird. Festzustellen ist auch, dass Frauen – Akademikerinnen wie Nichtakademikerinnen – in der Coronazeit teilweise eklatante gleichstellungspolitische Rückschritte hinnehmen mussten. Eine kritische Auseinandersetzung mit einer PR-geboosterten Solidaritätshypothese, einer auf Minderheitenthemen fokussierten Genderdebatte und der Frage, warum die vielen Frauen, die Kritik an Corona-Maßnahmen wie etwa den Schulschließungen übten, von den Medien und der Politik so wenig wahrgenommen wurden.

Von Sandra Reuse und Dr. Patricia Roncoroni (AK Frauen in Wirtschaft und Politik)
 
Der Artikel ist hier im PDF zu lesen.
Erschienen bei den NachDenkSeiten.

Ein Interview mit Beate von Miquel

19.05.2022

Am 19.05.2022 um 18.30, “Time to deliver!” Interview im Rahmen der Podcastreihe Frauen gestalten die Zukunft mit Beate von Miquel, der Vorsitzenden des Deutschen Frauenrats 

Dr. Beate von Miquel ist Geschäftsführerin des interdisziplinären Marie Jahoda Zentrums für internationale Geschlechterforschung an der Ruhr Universität Bochum. Von 2011 bis 2016 war sie dort zentrale Gleichstellungsbeauftragte. Seit 2021 ist sie Vorsitzende des Deutschen Frauenrats und vertritt im Vorstand die Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD). Mit der deutschen Präsidentschaft der G7 in 2022 übernimmt die Vorsitzende des Frauenrats die Leitung der Dialog Gruppe W7.

Wer dabei sein möchte, schreibt eine mail an den Deutschen Akademikerinnenbund info@dab-ev.org. Der Zoom-Link wird Ihnen dann zugesendet. Die Teilnahme ist nicht auf Mitglieder des DAB eingeschränkt.

Die Podcastreihe ist eine gemeinsame Veranstaltung des Deutschen Akademikerinnenbundes DAB e.V., des Center für die Erforschung der Geschichte der Philosophinnen HWPS und der Internationalen Assoziation der Philosophinnen in Deutschland IAPH e.V.

Nach einem ca. 30 minütigen Interview können die Teilnehmer:innen der
Digital Lounge mit der Referentin diskutieren. 

Das Interview führt Ruth Edith Hagengruber, Vizepräsidentin des DAB,
Direktorin des Center HWPS, Geschäftsführerin der IAPH.e.V.

Foto: Copyright 2022 Deutscher Frauenrat

Der Deutsche Akademikerinnenbund e. V. zeigt Solidarität für eine ukrainische Gastprofessorin

21.03.2022

Während der Angriffskrieg der russischen Föderation auf die Ukraine an Brutalität zunimmt, versuchen immer mehr Menschen das Land zu verlassen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stehen dabei nicht nur der Herausforderung gegenüber ihr bisheriges Leben in einem Land im Kriegszustand zurückzulassen, sondern auch wichtige Forschungsprojekte fortzusetzen, an deren Umsetzung sie seit Jahren intensiv arbeiten.

Professorin Liudmyla Stepanovna Smokova kam im Februar als Gastwissenschaftlerin an die Hochschule Osnabrück. Momentan sieht sie sich außerstande an ihre Heimatuniversität, die Odessa Mechnikov National University zurückzukehren. Unter Berufung auf seine Gründungsziele, Frauen in der Wissenschaft zu fördern und zu vernetzen, reagierte der Vorstand des Deutschen Akademikerinnenbundes (DAB e.V.) schnell und unbürokratisch und sicherte Professorin Smokova nach einer einstimmigen Entscheidung ein Stipendium von 3000€ zu.

Ziel der Förderung sei es, ihr kurzfristig zu ermöglichen, ihre Forschungs- und Kooperationsaktivitäten trotz der kritischen Situation fortzusetzen. Zum Ende des Förderzeitraums durch den DAB ist geplant, dass Professorin Smokova neben einer wissenschaftlichen Publikation ihre aktuellen Ergebnisse in der Verbandzeitschrift KONSENS veröffentlicht und in einem Podcast darüber berichtet.

„Es ist eine dringende Notwendigkeit, dem ukrainischen Volk internationale Unterstützung zu geben. Dass der Deutsche Akademikerinnenbund das in dieser Form so konkret für Professorin Smokova tun kann, macht uns stolz.“ äußerte sich DAB-Präsidentin Manuela Queitsch bei der Bewilligung des Stipendiums.

Professorin Smokovas Forschungsthemen umfassen die Integration von Migrierten und deren psychische Gesundheit, sowie den gesellschaftlichen Umgang mit Migration. Im Rahmen des Forschungsprojektes Diversechance-East, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, untersucht sie aktuell Prädiktoren und Kriterien der interkulturellen Kompetenz. Dazu arbeitet sie eng mit dem Forschungsteam von Professorin Petia Genkova von der Hochschule Osnabrück zusammen. Der Vorstand des DAB strebt darüber hinaus an, weitere Individualförderungen möglich zu machen, um der akuten Bedrohung von Wissenschaftlerinnen in der Ukraine zu begegnen.

Ein Interview mit der Kriegsreporterin Maria von Welser im Gespräch mit Ruth Hagengruber

11.03.2022

Maria von Welser hat mit ihrer Kriegsberichterstattung die Welt bewegt. Für ZDF-Reportagen war sie u. a. zweimal in Tschetschenien, sie berichtete aus kroatischen Flüchtlingslagern über Massenvergewaltigungen während des Bosnienkrieges und arbeitete als Reporterin im Gaza-Streifen und in Indien.

Was wir heute in der Ukraine erleben, hat in den 90er-Jahren begonnen, sagt der russische Schriftsteller Sergej Lebedew in einem Interview im Deutschlandfunk. Maria von Welser wird mit uns über ihre Erfahrungen als Kriegsreporterin im Tschetschenienkrieg und das Schicksal der „Frauen zwischen den Fronten“ sprechen.

Aus aktuellem Anlass: Ein Interview mit der Kriegsreporterin Maria von Welser im Gespräch mit Ruth Hagengruber in der Reihe DAB Digital Lounge: FRAUEN GESTALTEN DIE ZUKUNFT - 17. März 2022, 18.30-19.30.

Das Interview ist eine gemeinsame Veranstaltung des Deutschen Akademikerinnenbundes DAB e.V., des Center für die Erforschung der Geschichte der Philosophinnen HWPS und der Internationalen Assoziation der Philosophinnen in Deutschland IAPH e.V. Nach einem ca. 30 minütigen Interview können die Teilnehmer:innen der Digital Lounge mit der Referentin diskutieren.

Wer dabei sein möchte, schreibt eine mail an den Deutschen Akademikerinnenbund info@dab-ev.org. Der Zoom-Link wird Ihnen dann zugesendet. Die Teilnahme ist nicht auf Mitglieder des DAB eingeschränkt.

Maria von Welser wurde 1988 bekannt als Gründerin, Redakteurin und Moderatorin des ersten Frauenjournals im deutschen Fernsehen ML Mona Lisa. Von 1997 bis 2000 präsentierte Maria von Welser in der ZDF-Sendung Mit mir nicht! Welsers Fälle skandalöse Geschäftspraktiken, Behördenwillkür oder sonstige Missstände. Sie war Leiterin des ZDF-Auslandstudios in  London und später Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg. Im Sommer 2010 berichtete von Welser als Ostasien-Korrespondentin für die ARD.

Maria von Welser ist seit 1995 Mitglied des Deutschen Komitees für UNICEF, sie war stellvertretende Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Lehrbeauftragte an den Universitäten Hamburg und Paderborn. Sie ist zudem seit 2013 Vize-Präsidentin des Übersee-Clubs in Hamburg und Vizepräsidentin des Deutschen Akademikerinnenbundes a.D.

https://www.mariavonwelser.de/de/kontakt_impressum.phphttps://de.wikipedia.org/wiki/Maria_von_Welser;
https://historyofwomenphilosophers.org/?s=Maria+von+Welser+

Das Interview führt Ruth Edith Hagengruber, Vizepräsidentin des DAB, Direktorin des Center HWPS, Geschäftsführerin der IAPH.e.V.

Der Weltfrauentag am 8.3.2022 steht unter dem Motto „break the bias“.

07.03.2022

Zur Förderung der Chancengerechtigkeit ist es wichtig, mit Voreingenommenheit, Vorurteilen und Stereotypen zu brechen. Das Mindset, also die Denkweise, muss sich dahingehend ändern, dass es sowohl für Frauen als auch für Männer möglich sein sollte, alles zu erreichen, was man möchte.

Fünf Frauen der Regionalgruppe Rhein-Neckar-Pfalz haben sich spontan der Aktion zum diesjährigen Weltfrauentag angeschlossen. Mit ihrem Portraitfoto, das sie mit gekreuzten Armen vor dem Körper zeigt, unterstützen die DAB-Mitglieder diese Botschaft symbolisch und wie man sieht auch mit großer Motivation und Begeisterung! Allen DAB-Mitgliedern und Frauen bundesweit übermitteln wir zum internationalen Frauentag einen Extragruß aus der Region Rhein-Neckar-Pfalz!

von links nach rechts: Hedwig Purk-Greiner, Marianne Starr, Gabriela Tufan, Alexandra Wasielak, Petra Nabinger

Fotos: © privat

Frauen gestalten die Zukunft - Podcast mit Elke Holst

18.02.2022

 

 

Am 20. Januar 2022 startete unsere Interview Reihe: Frauen gestalten die Zukunft. In der ersten Veranstaltung stand die renommierte Ökonomin Elke Holst Rede und Antwort.

Wie kam sie überhaupt dazu, das Managerinnen-Barometer zu erfinden? Wie war es, als sie für Holger Börner Reden geschrieben hat? Dieses und noch mehr können Sie nachhören in unserem Podcast.

Der Podcast ist eine Co-produktion des DAB, des Zentrums für die Erforschung der Geschichte der Philosophinnen und der Internationalen Gesellschaft der Philosophinnen.Hier ist der Link zum Podcast: Einfach draufklicken und rein hören:

https://historyofwomenphilosophers.org/frauen-gestalten-zukunft/

Das nächste Interview ist mit Ulrike Detmers, am Donnerstag, den 17. März 2022, um 18.30. Wir freuen uns auf Sie!

Podcast: Erlebte Geschichten - DAB Mitglied Sigrid Metz Göckel im Interview.

31.01.2022

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-erlebte-geschichten/audio-sigrid-metz-goeckel-soziologin-100.html

Erlebte Geschichten im WDR 5

Die bundesdeutsche Bildungsreform der 1960er- und 70er Jahre führte im Ruhrgebiet zur Gründung neuer Hochschulen. Die Soziologin Sigrid Metz-Göckel war Mitte 30, als sie den Ruf als Professorin an die neugegründete TU Dortmund erhielt. An der Etablierung der Frauen- und Geschlechterforschung als neues Wissenschaftsgebiet in Deutschland war sie maßgeblich beteiligt. Sigrid Metz-Göckel wurde 1940 in Klein Peterwitz in Oberschlesien geboren.

Die Anfänge der Frauenbewegung erlebte Sigrid Metz-Göckel in Frankfurt am Main. Besonders wichtig waren für sie die feministischen Selbsterfahrungsgruppen nach dem Vorbild der amerikanischen Women’s Lib Bewegung. Diese gemeinschaftliche Herangehensweise an Politik prägte auch ihre hochschulpolitische Arbeit.

Mit Mitte 30 wurde sie eine der jüngsten Professorinnen Deutschlands, an der neugegründeten TU Dortmund. Und darin ist Sigrid Metz-Göckel sicher: Ihre Karriere verdankt sie nicht nur ihrer Doktormutter, der Soziologin Helge Pross, sondern auch ihrer eigenen Mutter.

Ruth Edith Hagengruber, DAB Paderborn/Berlin

Sigrid Metz-Göckel, Soziologin
WDR 5 Erlebte Geschichten 01.01.2022 23:32 Min. Verfügbar bis 02.01.2029 WDR 5

Technik braucht Frauen – zur Erinnerung an Barbara Leyendecker

31.01.2022

Dipl.-Ing. Dipl. Wirtsch.-Ing. Barbara Leyendecker, langjähriges Mitglied im DAB und Gründungsmitglied sowie langjährige erste Vorsitzende des „Arbeitskreises Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ im Jahr 1986, ist im Januar 2022 verstorben.

Als einzige Frau unter 500 Männern studierte Barbara Leyendecker in den 70-er Jahren Maschinenbau an der RWTH Aachen mit wirtschaftswissenschaftlichem Zusatzstudium.

Noch im April 2021 ist sie als „role model“ und als eine der ersten Geförderten, die von dem damals neuen Bundesausbildungsgesetz (BAföG) im Jahr 1971 profitieren konnte, im Jubiläumstalk mit Bundesbildungsministerin a.D. Anja Karliczek aufgetreten.

Vermisst hat Barbara Leyendecker in ihrer Studienzeit Gesprächspartnerinnen, die ihre Situation als „Exotin“ verstanden hätten. Schon während ihres Studiums setzte sie sich in unterschiedlichen Gremien der Universität für die Belange der Studierenden ein und hat als erste Studentin die Ehrenplakette der RWTH Aachen erhalten.

Die Gewinnung und Förderung von Mädchen und Frauen für Berufe in MINT-Fächern war ihr stets ein großes Anliegen. So ist die Gründung des AK-FNT dem Engagement von Barbara Leyendecker maßgeblich zu verdanken. Im Jahr 1988 initiierte, konzipierte und organisierte sie den ersten Stand „Frau+Technik“ auf der männlich dominierten Hannover-Messe. Dieses, gemeinsam mit anderen Frauenverbänden umgesetzte Messeprojekt, erregte ein ungewöhnlich großes Aufsehen in Politik und Presse. Es bewirkte eine nachhaltige Solidarität unter den Verbänden, Veränderungen in Gesellschaft und Industrie und trug wesentlich zur Einführung der inzwischen selbstverständlichen Berufsbezeichnung „Ingenieurin“ bei. Der seit mehr als 20 Jahren stattfindende Kongress „WoMenPower“ geht auf das Projekt „Frau+Technik“ zurück.

Seit ihrer Studienzeit engagiert sich Barbara Leyendecker in der politischen Arbeit sowie in unterschiedlichen Bildungsprojekten in Afrika; viele davon in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Tansanischen-Partnerschaft.

Barbara Leyendecker wurde 2012 für ihr ehrenamtliches Engagement mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der BRD ausgezeichnet. Mit ihrem Engagement, wunderbaren Ideenreichtum und ihrer Beharrlichkeit hat sie uns Frauen geleitet und liebevoll begleitet.

Der DAB sowie die Kolleginnen des Arbeitskreises „Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ trauern um eine herausragende Kollegin, Freundin und Weggefährtin, die uns sehr fehlen wird.

Zum Trauerportal

Dr. Ira Lemm und Dr. Sabine Hartel-Schenk

 

Ein altes Thema in neuem Gewande Hauswirtschaft ist kein Thema für Frauen allein Grundbedürfnisse und ihre Befriedigung sind eine Sozialkompetenz unabhängig vom Geschlecht Der private Haushalt ist ein Teil der Volkswirtschaft und mit ihr Teil einer ökologischen Krise

14.01.2022

Von Dr. A. Gabriele Gehlen

Die Druckfassung folgt dem Vortrag, wie er am 16. November 2021 gehalten wurde, mit geringen Veränderungen. Diese betreffen notwendige Erweiterungen des Gedankenganges, die im Hinblick auf die eingeplante Diskussion mit Beteiligung eines anwesenden und durch Zoom beteiligten Publikums zurückgestellt worden waren. Nur äußerst notwendige statistische Daten wurden genannt. Das Statistische Bundesamt und das Statistische Landesamt von Berlin bieten eine Fülle von Daten, die den behandelten Lebensbereich betreffen. Sie wurden zur Analyse herangezogen. Ansonsten gehören diese Daten zur selbstverständlichen Ausstattung der Berichterstattung und Argumentation im Wirtschafts- und Finanzteil der besten Printmedien des Landes. Im Ausnahmefall wie auch bei der Darstellung der behandelten Fallstudien werden sie zitiert und belegt. Die Vielzahl der Forschungsansätze, die verwandt wurden, wird nicht theoretisch ausgewiesen. Mein Ansatz, vielfältige Methoden zu kombinieren, entspricht der Komplexität des Themas. Für die Bedeutung und Erforschung des Grundbedürfnis Ernährung bildete der Soziologe Marcel Mauss die These des „Totalphänomens Ernährung“, diesen Ansatz nehme ich für alle Aspekte des Lebens im privaten Haushalt in Anspruch. Die Fülle der Forschungsliteratur in verschiedenen Disziplinen kann hier verständlicherweise nicht erwähnt werden, erwähnt wird jedoch Literatur, die ich für geeignet halte, einen Prozess in Gang zu bringen, die Verfasstheit und die Lage des „Privaten Haushalts“ bei den anstehenden Reformen in Blick zu nehmen.

1. Einführung:  Einige volkswirtschaftliche Überlegungen zum privaten Haushalt

Der private Haushalt ist mit seinem Angebot von Arbeitskraft und seiner Nachfrage nach Gütern jeweils auf Märkten Bestandteil der nationalen und internationalen Volkswirtschaft. Das durch das Niveau der Arbeitskraft und des Arbeitsplatzangebotes generierte Einkommen ermöglicht nach schichtenspezifischen Bedingungen ein Lebensniveau, das wesentlich von der Höhe und der Art des Einkommens und des Ausbildungsniveaus bestimmt wird. Das erreichbare Ausbildungsniveau und die Qualität der Erwerbstätigkeit erfahren eine starke Beeinflussung und Steuerung durch Merkmale der sozialen Herkunft. Das durch Erwerbstätigkeit gewonnene Einkommen hat den größten nachweisbaren Einfluss auf die Lebensqualität. Gesundheit, Lebenszeiterwartung, Wohnort und Wohnung, Qualität der Ernährung und Kleidung, kulturelle Teilhabe und vieles mehr hängen davon ab. Die Qualität der Haushaltsführung als hauswirtschaftliche Kompetenz hat dabei eine Bedeutung, die wirtschaftswissenschaftlich eher gering erforscht wird und wissenschaftlich und im allgemeinen Alltagsverständnis unterschätzt wird. Die Unterschätzung zeigen nachdrücklich die Themen der Nobelpreise für Wirtschaft[1] . Erst zwei Frauen waren überhaupt unter den Preisträgern: 2009 Elinor Ostrom zusammen mit Oliver Eaton Williamson, USA, für ihre Studien über „gemeinwirtschaftliches Eigentum“ und „über die konfliktfreie Organisation der Märkte“[2]. 2019 Esther Duflo, (Frankreich/USA), beschäftigt im MIT, forscht über „ökonomische Sachverhalte im normalen Leben“[3], besonders über Armut und ihre Bekämpfung in der Dritten Welt. Die Hauswirtschaft als interner Faktor in der ersten Welt ist nicht dabei und ihr Verhältnis zu externen Faktoren wird zu wenig beachtet, wenn es um die Handlungskompetenz in ihrer Bedeutung für die selbständige und selbsttätige Lebensführung geht. Jedoch ermöglichen die Ergebnisse der neuartigen methodischen Erforschung externer Einflussfaktoren auf die Lebenssituation durch die diesjährigen Preisträger auf den Lebensweg und das spätere Einkommen der Schülerinnen und Schüler bei Homeschooling Feststellungen, wie sich die Pandemie ökonomisch auf sie auswirken wird.

2. Verhaltensmuster im privaten Haushalt. Wie sieht die Betroffenheit von Akademikerinnen aus?

Seit März vergangenen Jahres 2020 sind private Lebensformen in traditionelle Muster zurückgefallen, die auch ohne eine Pandemie mit ihren Beschränkungen von Freiheiten in der Bundesrepublik Deutschland von 1949 und in der des wiedervereinigten Deutschlands von 1990 an keineswegs als überwunden gelten können. Die Covid-19 Pandemie bannte alle Bürger und Bürgerinnen als Mitglieder privater Haushalte an ihre Wohnungen und erforderte Bewältigungsstrategien für eine schwierige Lebenssituation unter restriktiven Rahmenbedingungen.  Eher geringe Veränderungen der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung im privaten Haushalt belasten mit Homeoffice und Homeschooling Frauen und Mütter üblicherweise mehr und anders als Männer und Väter. Zeitverwendungserhebungen stellen für die tägliche Haushaltsführungdurchschnittlich 3 Stunden fest. Diese Durchschnittszahl ermöglicht kein Urteil über die Bedingungen im Einzelhaushalt je nach seiner Zusammensetzung durch seine Mitglieder und durch das Einkommen. Es bestehen spezifische Zeitanforderungsprofile, die im Einzelfall wesentlich höher liegen können. Diese Zahl zeigt lediglich an, dass Hausarbeit als Additum zur Erwerbsarbeit und zu Fahrzeiten zum Arbeitsplatz zu einem erheblichen täglichen Zeitbudget führt, besonders für Frauen.

Zunächst soll an einigen Fallbeispielen bekannter akademisch gebildeter Frauen zur Veranschaulichung des Themas nachgezeichnet werden, was im Verlauf des Vortrags auch seine theoretischen Reflexionen zum Thema des Abends „Ein altes Thema in neuem Gewande“ erleben soll. Dabei wird auf Biografien von wissenschaftlich gebildeten Frauen von öffentlichem Rang zurückgegriffen, wie sie in Teilen unserer gedruckten Presse politisch aktuell nach der Bundestagswahl 2021 dargestellt werden. Die dort vorgefundenen Biografien zeigen in den Milieus der akademischen meistens gehobenen Mittelschicht psychologische Prägungen, soziologische Zuschreibungen, gesetzliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die negativ trotz Diskussion der Frauenrolle in der Bundesrepublik West seit den 1970er Jahren und des Protestes gegen ihre traditionellen Maßstäbe im privaten Zusammenleben schichtenspezifisch weiter unterschiedlich ausgeprägt wirksam sind[4]. Im beruflichen Feld wirken sie im Allgemeinen nachteilig für Frauen und lediglich unter besonderen Umständen sind sie selbständig so beeinflussbar, wie es allgemein wünschenswert wäre. Die gewählten Fallbeispiele zeigen, dass Frauen wie noch nie zuvor Bildungswege nutzen können, die sie zu höchsten Positionen befähigen und sie erreichen lassen und   mit ihrem Wunsch nach Partnerschaft und Mutterschaft verbunden werden können, wenn die Partner mitmachen. Das Leben im privaten Haushalt ist die dauerhafte Lebensform für die meisten Menschen. „Anstaltsmäßige“, d.h. gemeinschaftliche Lebensformen, sind in unserer Kultur für zeitlich begrenzte Lebensabschnitte eingerichtet, etwa Altersheime zum Lebensende. Sie haben eine öffentliche Funktion und sind in der Hand verschiedenster Träger. Private neuartige gemeinschaftliche Lebensformen erhalten neue Bedeutung, wenn alle Faktoren für eine an Knappheitsgraden angepasste Veränderung der Gesellschaft bedacht werden.

2.1. Ein Interview „Wie kamen die darauf, die Frauen schweigen zu lassen?“vom 28. Oktober 2021 in der „Zeit“[5] mit der jetzt 94-jährigen Literaturwissenschaftlerin Inge Jens, Ehefrau von Walter Jens, dem „Schriftsteller, Rhetorik-Professor und Redner (…), von 1963 bis 1985 der berühmteste TV-Kritiker der Republik“ zeigt den berühmten Mann hilflos in praktischen Dingen des Alltags. Inge Jens ist das keineswegs: 1949 hatte der Lehrbeauftragte der Universität Tübingen Walter Jens dank der Spende der französischen Besatzungsmacht Brennholz, war aber nicht in der Lage, seinen Ofen zu heizen. Die unter ihm wohnende Studentin Inge bot regelmäßige Hilfe an und erhielt dafür Griechischunterricht. Sie erklärt und entschuldigt sein Unvermögen bis heute mit seiner Erziehung durch seine Mutter. Seit 1951verheiratet, wird sie 1954 zum ersten Male Mutter. Dass sie erst mit 27 Jahren Mutter geworden war, löste damals Befremden aus. Sie erläutert diesen Lebensabschnitt, indem sie diskussionslos mit ihrem da schon berühmten Mann die Hausfrauen- und Mutterrolle übernahm für ihn, für die Kinder, für die Pflege seines Kollegen-, Bekannten- und Freundeskreises, wie folgt: „Wenn man heiratete, kümmerte man sich als Frau eben um die Kinder. Ich fiel später schon unangenehm auf, nur weil ich wieder arbeiten ging. Ich war keine gute Hausfrau. Ich habe nie viel Zeit aufs Kochen verwendet, die Leute sind aber trotzdem immer satt geworden. Mein Mann war da auch keine große Hilfe. Ich habe ihn mir aber ein bisschen erzogen. Ein paar Sachen konnte er dann, abtrocknen, Ofen an- und ausschalten und - naja, viel mehr auch nicht.“

Dass ihr Mann sich jedoch einmischte, wenn sie wissenschaftliche Aufträge erhielt, ihre Annahme durch seine Frau sogar verhinderte oder ihre Recherchen für eigene Publikationen für sich beanspruchte und vereinnahmte, versteht sich von selbst. Sein Handeln war konform mit der gesetzlichen Grundlage, die das BGB im Familienrecht dafür bot. Nachdem Inge Jens zwei Kinder hatte, Insuffienzgefühle in ihrer weiblichen Rolle hatten sie geplagt, weil erst nach einer Fehlgeburt ihr zweiter Sohn geboren wurde, stellte sich ihre Doppelbelastung wie folgt dar:

„Was sollte ich, wenn die Kinder in der Schule sind, machen? Zum fünften Male die Fenster putzen? Da fand ich es vernünftiger, zu arbeiten. Morgens um 7.15 Uhr habe ich Christoph, unseren jüngeren Sohn, mit anderen Kindern aus der Nachbarschaft zur Schule gefahren. Dann schnell in die Uni-Bibliothek, dort hatte ich bis 12.45 Zeit. Dann holte ich die Kinder wieder ab.“

Der Begriff der „Doppelbelastung“ wurde lange verwandt, weil er zwei Aktionsorte für die Frau kennzeichnete, Haus- und Erwerbsarbeit, spätere Diskussion sprach dann auch zu Recht von einer Mehrfachbelastung mit verschiedenartigen Anforderungsprofilen. Ergänzt habe sie sich mit ihrem Mann bei der Erziehung der Kinder, meint Inge Jens, als Beispiele dafür nennt sie, dass er die Söhne zu Protestaktionen mitnahm, sie allerdings den Aufbau der Märklin-Modelleisenbahn für sie übernahm. Die Hausarbeit lag in ihrer Zuständigkeit. Sexismus machte sich zu ihrer Lebenszeit als junge Ehefrau, Hausfrau, Mutter und Literaturwissenschaftlerin als chronische Untreue von Männern des Freundeskreises bemerkbar, die von ihren Ehefrauen akzeptiert wurde. Das ärgert Inge Jens immer noch.

Ich bitte zu überlegen, was von dieser Biografie für Gegenwart und Vergangenheit bekannt vorkommt und inwieweit ihre Aspekte noch gültig sind.

2.2.  In einem Bericht[6] mit dem Titel „Im Sturm der Moral“ vom 5.11.2021auf der Basis eines Gesprächs in einem kleinen Café in Pankow mit der Vorsitzenden des Ethikrates Alena Buyx ( Medizinerin, Philosophin, Soziologin, 44Jahre, verheiratet, 2 Kinder, Studienstiftung des Deutschen Volkes, Habilitation in Münster mit 35, Professorin für Medizinethik an der Christian-Albrechts-Universität,  gegenwärtig Direktorin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Technischen Universität München, Pendlerin zwischen Berlin und München, publiziert in Fachzeitschriften) anlässlich des momentanen Diskussionsstils in einer „Situation dynamischer Unsicherheit“ (Buyx), gibt es auch Fragen zu ihrem Leben mit ihren Kindern im Lockdown:

„Wir haben es leichter als sehr viele andere, wir haben ausreichend Wohnraum, in unserer Familie war niemand schwer erkrankt, und ‚Homeoffice’ ist mein zweiter Vorname, in der Wissenschaft sind wir es gewohnt, digital zu kommunizieren.“ Die Gleichzeitigkeit von Homeschooling und Homeoffice sei es eher gewesen, „die die Kräfte von allen strapaziert habe.“

Gleichwohl kam als Co-Autorin ihre neueste Studie zustande: „Ethical insights from die Covid-19 pandemic in Germany: considerations for building, resilient healthcare systems in Europe“.

Differenzierte Auskünfte zur Organisation und Bewältigung der Befriedigung der elementaren Grundbedürfnisse Nahrung, Kleidung, Wohnung und des erweiterten Verständnisses von haushaltsbezogener Beziehungsarbeit, der Care-Arbeit, gibt es nicht. Darum können wir noch nicht einmal Vermutungen über das häusliche Arbeitsverteilungsmuster anstellen. So stelle ich einige verallgemeinerbare Fragen nach der Situation von Haushalten, die für ihre Funktionstüchtigkeit auf  gewohnte Dienstleistungen im Lockdown verzichten mussten: Keine Besorgung von  haushaltsnahen Dienstleistungen wie Reinigungsarbeiten und Wäschepflege im weitesten Sinne, denn auch die Reinigungen waren geschlossen,  die Zeitaufwendungen  für das elementare Grundbedürfnis Ernährung stiegen  erheblich durch den Wegfall von Schulkantinen und  entlastenden Restaurantbesuchen, die Freizeitgestaltung der Kinder fällt an ihre Eltern zurück, die Unterrichtung von Kindern selbst mit gutem digitalem Angebot  und eigenen kompetenten Voraussetzungen ist für jeden eine ungeübte Tätigkeit und ein erheblicher Zeitaufwand, soll doch der Schultag wenigstens teilweise ersetzt werden.

Die nächste Frage lautet darum: Was könnte das Übergehen der Krise im privaten Haushalt bei öffentlicher Notlage in diesem Einzelfall bedeuten? Ob die Krisenbewältigung zur Zufriedenheit aller Haushaltsmitglieder gelungen ist? Macht sich immer noch der alte Anspruch des bürgerlichen Haushalts bemerkbar, dass Hausarbeit unsichtbar zu sein habe?

2.3. Ein Interview[7] „Ich warne vor der Hoffnung, dass der Markt alles regelt“ vom 24. Oktober 2021 mit Jutta Allmendinger (65, seit 2007 Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität Berlin, SPD-Mitglied) erfragt ihre Meinung zu den Chancen von Frauen nach der Bundestagswahl vom September 2021 und ihre Auffassungen über notwendige, nicht aufschiebbare Strukturierungsmassnahmen für das ganze Land. Sie engagierte sich erfolgreich für die Wahl von Bärbel Bas zur Bundestagspräsidentin. Bärbel Bas ist eine bis dahin wenig öffentlich bekannte, aber  sehr wohl ausgewiesene Gesundheitsexpertin, die keine Einladungen in Talkshows zu Pandemiefragen erhielt, obwohl sie dafür geeignet gewesen wäre. 23 Jahre nach  Prof. Dr. Rita Süssmuth wird durch sie, einer Absolventin eines berufsbezogenen zweiten Bildungsweges, eines der fünf höchsten Staatsämter im neuen Bundestag nun wieder von einer Frau besetzt.  Mit der fortschreitenden Verwirklichung der Gleichberechtigung auch sichtbar im Staat wird das Wichtigste in der Demokratie gewonnen und erhalten, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, meint Jutta Allmendinger ganz zu Recht. Sie erwartet viel von der Veränderung des Steuerrechts für das Leben im privaten Haushalt. Das Instrument des Ehegattensplittings beeinflusst die Stellung der weiblichen und männlichen Mitglieder im gemeinsamen privaten Haushalt. Es stützt die traditionelle Lebensform, den Ein-Ernährer-Haushalt, es unterstützt abhängige wirtschaftliche Verhaltensweisen des geringer verdienenden meist weiblichen Partners durch Zuverdienst, der keine eigenen hinreichenden Renten bei Tod des Partners oder bei Scheidung  begründen kann. Mit im Lebensverlauf  und in der Berufsbiografie unterbrochenen und verspäteten Vollerwerbstätigkeiten können keine ausreichenden Altersrenten erwirtschaftet werden. Sie schlägt darum vor:

„Viel sinnvoller wäre eine individuelle Besteuerung mit übertragbaren Grundfreibeträgen, die nicht an die Ehe gebunden ist. Damit würden die Einkommen gleich besteuert. Deutschland ist das einzige Land, das an dem vollkommen antiquierten System des Ehegattensplittings festhält, Staaten wie Frankreich, Österreich oder die skandinavischen Länder sind da schon viel weiter.“

Eine dritte Frage lautet darum: Wie stehen die Mitglieder des DAB zu den steuerlichen Regelungen für den privaten Haushalt und den Familienmitgliedern darin?

2.4. Ein Interview[8] als CFO[9] mit Frau Karin Dohm „Es führt zu innovativeren Ergebnissen“ (49, Vorstand der Hornbach-Gruppe für Bau- und Gartenmärkte in Deutschland und Europa, Volkswirtin, Wirtschaftsprüferin, zeitweise Tätigkeit bei der Deutschen Bank in globaler Führungsposition, Aufsichtsrätin, ehrenamtlicher Vorstand im Netzwerk für weibliche Top-Führungskräfte „Generation CEO“, verheiratet, zwei Kinder) über Frauen in  den verschiedensten wirtschaftlichen und finanziellen Führungspositionen fragt nach ihren beruflichen Erfahrungen. Sie wird wie folgt am Ende des Interviews nach ihrer persönlichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefragt:

Ihre Kinder sind inzwischen volljährig. Was war Ihnen immer wichtig beim Vereinbaren von Familie und Beruf?

„Mein Mann und ich sind das undogmatisch und flexibel angegangen, haben uns überlegt, wo wir Hilfe brauchen, wo wir sie bekommen und haben das dann auch in Anspruch genommen, zum Beispiel bei der Familienorganisation oder der Hausarbeit. Und dann muss man sehen, je nach privatem Set-up, inwieweit man selbst und der Partner seine privaten Bedürfnisse realisieren kann. Was man beschließt, muss ja nach Lage immer wieder nachjustiert werden. Man braucht viel Verständnis füreinander.“

Bei der Frage, ob sie Handwerkerin sei, muss sie passen, aber sie arbeite immer wieder gerne im Garten.

Einige weitere Fragen: Was steht bei Frau Dohm an erster Stelle ihrer Lebensplanung? Ist es die Reihenfolge wie in der Frage nahe gelegt, zuerst Familie, dann Beruf? In dieser Reihenfolge bearbeitete Forschung zur Frauenerwerbstätigkeit die Motivationen von Frauen zur Lebensplanung und musste für die Frauengenerationen der 1970er und 1980er Jahren feststellen, dass jetzt Erwerbstätigkeit und Familie erwünscht war, eine neue Rangordnung. In dieser Veränderung drückt sich der Bruch mit der traditionellen Frauenrolle aus. Worin bestehen tatsächliche Konflikte? Es ist beeindruckend, dass Frau Dohm zwischen Familienorganisation, die sie an erster Stelle nennt, und Hausarbeit unterscheidet.

2.5. Unter dem Titel[10] „Alle wollen nur das Maximale“ plädiert die neue Bundestagspräsidentin Bärbel Bas im  Interview für die Sonntagsausgabe des Tagesspiegel am 7. November 2021 für Respekt und Kompromissfähigkeit; 1968 in Duisburg geboren,Besuch der Hauptschule, danach einer Berufsfachschule, wo sie „etwa Schweißen“ lernte, ab 1985 Laufbahn bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft, Weiterbildung und Studium bis zur Leiterin Personalservice bei der Betriebskrankenkasse BKK, 1988 SPD Mitglied, 2009 Bundestagsabgeordnete, profilierte sich als Gesundheitspolitikerin, 2019 stellvertretende Fraktionsvorsitzerin der SPD im Bundestag, am 26. Oktober 2021 mit großer Mehrheit zur Bundestagspräsidentin gewählt. Sie sagt im Interview, ihr „Herzensthema“ sei die Gesundheitspolitik, ihr neues Amt habe sie nicht angestrebt, da sie damit ausgelastet sei. Sie wird „gerügt“, dass sie so unbekannt geblieben ist und verteidigt sich, dass sie in ihrer Fraktion durchaus sichtbar gewesen sei. Sie will die Nachtsitzungen des Bundestags nach Rücksprache mit den Fraktionen beschränken, damit Kolleginnen und Kollegen  nicht darauf verweisen müssen, dass sie wegen ihrer Familie  sich „nicht die Nächte um die Ohren schlagen“ wollen. Eine weitere Beratungsstelle zum Umgang mit erlebtem Sexismus von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abgeordneten soll den vorhandenen hinzugefügt werden. Bürgernähe soll hergestellt werden, damit die Kluft etwa zwischen dem „fernen Berlin und dem Treff im Kleingartenverein oder in der Kneipe“ geschlossen wird. Der faire und sachliche Umgang miteinander soll zurückgewonnen werden, der seit 2017 im Bundestag sehr gelitten habe, es solle auf einem „verständlichen Niveau“ diskutiert werden, „das gleichzeitig der Würde des Hauses angemessen ist“. Dass Abgeordnete Morddrohungen erhalten und Personenschutz brauchen, fange auch mit der Sprache an, da „bösen Worten böse Taten“ folgen können. Abschließend stellt sie fest:

„Ich habe eine politische Herkunft und von der werde ich mich nicht distanzieren.“ Nach dem Vorbild ihrer Vorgänger werde sie die Position des Parlamentes vor der Regierung wahren.

2.5.1. Ein Exkurs zur Bildungs- und Wissenschaftspolitik, die Bildungspolitik zuerst:  Es ist zu wenig bekannt, wie gering lebenspraktische Bildungsinhalte in der allgemeinbildenden Schule verankert sind. Lediglich die von Frau Bas besuchte Hauptschule verpflichtet Mädchen und Jungen zum koedukativen Unterricht im Pflichtfach „Arbeitslehre“ (ungleiche Bezeichnung  und verschiedene Konzeptionen in den Bundesländern), zu dem Fach gehören neben Technik, Wirtschaft, Berufsorientierung mit Betriebspraktikum hauswirtschaftliche Anteile. Bärbel Bas ist die einzige Frau in den dargestellten Biografien, die über eine Grundausstattung für das Leben im privaten Haushalt durch ihre schulisches Sozialisation verfügt. Die Unterscheidung zwischen höherer und niederer Bildung in Preußen seit 1808 und ihr Fortwirken in seinen Nachfolgeländern (seit 1947[11]) verhindert bis heute die Aufnahme lebenspraktischer Unterrichtsinhalte in heutigen Gymnasien. Da die Haushaltslehre Teil der reduzierten Frauenbildung in Frauenoberschulen  für Höhere Töchter in spezifischer Form seit den 1920er Jahren gewesen ist und sich mit einem konservativen Frauenbild verknüpfte[12], mag unter studierten Frauen außer den Vertreterinnen der Haushaltslehre niemand gern an dieses Thema heran und die Abwehrkämpfe gegen ein lebenspraktisches Fach werden von männlichen Standesvertretern des Gymnasiums erfolgreich geführt, selbst gegen eine Bundesbildungsministerin  Frau Wanka 2015[13], die für ihren Vorstoß nicht unterstützt wurde.

Wissenschaftspolitik ist abhängig vom wissenschaftlichen Verständnis der Parteien in den Landesparlamenten, die Hochschulgesetze verabschieden. In Berlin gibt es keine einheitliche Linie.  Die unverändert schwierige Lage von „Postdoc“ Promovenden/innen  (vgl. gegenwärtige Diskussion in Berlin) gibt mir den Mut an meine Generation in den 1980er Jahren zu erinnern. Meine eigene Forschungsarbeit zum Thema „Geschlechtsspezifisches Arbeits- und Sozialverhalten in seinen Auswirkungen auf die Durchführung des Arbeitslehre-Unterricht“[14] (1988 veröffentlicht) fand auf einer neu eingerichteten Stelle an der Technischen Universität Berlin im Fachbereich Gesellschafts- und Planungswissenschaften von 1982-1987 statt und endete mit der besonderen Anerkennung meines Fachbereichs. Im Fachbereichsrat war ich zur einzigen Vertreterin der Assistenten und Assistentinnen geworden, weil das Hochschulgesetz der CDU für Berlin-West 1982 ihre Mitbestimmung in den universitären Mitbestimmungsgremien so stark begrenzt hatte und die der Studenten und Studentinnen ganz abgeschafft hatte. Trotz einer bestbenoteten erfolgreichen Promotion und guten Besprechungen endete meine Forschungsarbeit infolge eines Sparprogramms der CDU für Berlin-West an seinen wissenschaftlichen Hochschulen von 1987 mit Abbau und Verringerung von wissenschaftlichen Assistentenstellen für Promotion und Habilitation. Meine Stelle wurde nicht fortgesetzt, so dass mein aus Erfahrung stammendes Anliegen, weil es eine erhebliche Unterversorgung  und Fehlernährung von Kindern im Ernährungsbereich bereits gab, für praktische Konsequenzen unbeachtet blieb. Die Assistentenstellen wurden ab 1982  als Teil eines Sparprogramms auf Kosten der Assistenten und Assistentinnen zu zwei Dritteln bezahlt bei vollem Deputat, meine fünfjährige Arbeit als Wissenschaftliche Assistentin wird entsprechend von meiner Pension abgezogen, die hohen Kosten für die Veröffentlichung waren selbst zu tragen. Marktwirtschaftlich gedacht hatte ich eine Fehlinvestition begannen. Meine Kollegen und Kolleginnen meines Fachbereichs der 1980er Jahre fanden lediglich befristete Beschäftigungen. Unsere Forschungsergebnisse werden von anderen genutzt. Die Konzeption des Fachbereichs und er selbst wurden nach Wiedervereinigung 1994 aufgegeben, weil er nach dem Ende der DDR mit ihrem gescheiterten  System der gesellschaftlichen Planung und Lenkung im Rahmen neuer Sparprogramme als nicht mehr erforderlich eingeschätzt wurde. Kann man das noch begreifen, wenn man die heutige Lage bedenkt, in der mehr denn je Planungswissen erforderlich ist?

2.6.  In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 9. November 2021[15] wird in der Rubrik  „Finanzen“ unter dem Titel „Die große Angst vor der Armut im Alter“ mit einer aktuellen Analyse der misslichen Lebenssituation einer 67-jährigen Ärztin vorgeführt, wie unschön es ist, wenn  berufliche und private Lebensentscheidungen ohne Gedanken zur finanziellen Absicherung getroffen werden.

Der Verfasser wendet sich ausdrücklich an „Liebe Leserinnen, verehrte Seniorinnen“ 

und warnt, dass seine Analyse nichts für „zarte Gemüter“ sei. Man kann sich angesprochen fühlen! Seine eigene Gefährtin, Professorin aus dem Holsteinischen, mischt sich in seine Analysen ein. Er solle unbedingt erwähnen, dass Männer keine Altersversorgung sind, auch der Staat unterstütze einen nicht, wenn die „Ehe in Trümmern“ liege. Die Partnerwahl der Ärztin im Fallbeispiel verlief nicht glücklich, der erste Mann verdiente wenig, der zweite lebte von der Hand in den Mund, der dritte, ein erfolgreicher Unternehmer, will die Scheidung und obwohl der Ehevertrag ihn dazu nicht verpflichtet, 500 000 Euro Abfindung an sie zahlen. Das ist ihre einzige Planungsreserve für ihr Alter. Da ihre Verrentung ansteht, wird sie aus dem Versorgungswerk der Ärzte 1500 Euro brutto pro Monat erhalten. Ihre Wohnung kostet in Hannover kalt jeden Monat 1200 Euro. Der  Verkauf ihrer Praxis, der noch nicht erfolgt ist,  soll 50 000 Euro bringen, das Girokonto weist 20 000 Euro auf, Anleihen und Aktien sind 30 000 Euro wert. Ihre eigene Planungsreserve von 130 000 Euro, die keine durchschnittliche Rentnerin im Lande hat, ist nicht hinreichend ein Alterseinkommen zu generieren, das ihren Lebensansprüchen  genügen kann. Drei Modelle  des Finanzanalytikers führen vor, dass Berufswahl, Lebensentscheidungen, Lebenszeiterwartungen, die Wahl  des Lebens- und Erwerbsortes und finanzielle Entscheidungen einander bedingen und mit politischen Orientierungen etwa ökologischer Natur sehr in Widerstreit geraten können. Ihr Finanzanalytiker urteilt harsch über die ökonomische Nutzung des akademischen Lebens in diesem Einzelfall, den er verallgemeinert:

„Wer am Ende eines akademischen Berufslebens‚lediglich‘ 130 000 Euro auf der hohen Kante hat, hat es in meinen Augen nicht geschafft, seine Talente zu versilbern“.

2.6.1. Ein weiterer Exkurs: Unser Grundthema „Hauswirtschaft ist kein Thema für Frauen allein“ muss  durch das letzte Fallbeispiel erweitert werden: Finanzanalysen und Finanzberatung  sollten kein Thema für Männer sein, sind es auch nicht,  denn in Verbraucherzentralen werden sie im allgemeinen von Frauen ausgeführt.  In unseren Beispielen steht Frau Allmendinger für Kenntnisse über das Steuerrecht im Hinblick auf selbstständige Sicherung des weiblichen Erwerbslebens, Frau Dohm für finanzielle und wirtschaftliche Führungsaufgaben, die sie nebenbei befähigen, ihr Privatleben mit Familie und Haushalt effizient zu gestalten. Von Frau Bas ist anzunehmen, dass sie durch die Analysen von gesundheitlichen Kostenfragen und durch ihre Grundlagen aus ihrer Schuldbildung sowohl trefflich die monetäre Seite des Lebens durchdenken und in zweckmäßige Politik umsetzen kann als auch in ihrem privaten Haushalt umsichtige Entscheidungen treffen kann. Auch Inge Jens hat Vorsorge für sich getroffen. Sie bewohnt in Tübingen eine Dreizimmerwohnung in einem Altersheim. Ihre Lebensform gehört nicht zum „Leben im privaten Haushalt“. Mit einem in diesem Einzelfall hohen Grad altersgemäßer Selbstständigkeit, der hohe finanzielle Reserven voraussetzt, zählt diese Wohn- und Lebensform zu den „anstaltsmäßig (gemeinschaftlich) organisierten Lebensformen“.

3. Einige Schlussfolgerungen aus allen Biografien:  Auch bei gymnasialen und akademischen Bildungswegen sind verpflichtende Unterrichtsinhalte für eine ökonomische Grundbildung

eine nützliche Vorbereitung für alle Lebensstationen in allen Lebensphasen, beruflich und privat, sie praktisch anzureichern wäre nützlich.  Fast alle Lebensphasen finden in einem privaten Haushalt statt. Seine wichtigste Seite ist das durch eigene Arbeit erworbene Einkommen, Transfereinkommen, selbst wenn sie höher liegen als die Renten, die durchschnittlich gezahlt werden, oder  stützende Transfereinkommen sind jeweils mit so hohen Knappheitsgraden bei allen Ausgaben des privaten Haushalts verbunden[16], dass sie in unserer Gesellschaft als relative Armut gekennzeichnet werden können. Wichtig erscheint mir, die Geringschätzung des privaten Haushalts zu beenden, weil Wertschätzung den Arbeitskräften verweigert wird, die Hausarbeit leisten. Geringschätzung hätte der verdient, der nichts kann und nichts tut und als Nutznießer von weiblicher Hausarbeit lebt. Die selbständige Lebensform im privaten Haushalt ist Bestandteil unserer Kultur.

4. Zur alten Seite des neuen Themas der Hausarbeit: Männer im Allgemeinen profitieren nach wie vor von der Arbeitsleistung von Frauen bei der Führung der gemeinsamen privaten Haushalte, mehr als Frauen selbst. In Risikosituationen bei Zwangsaufenthalten in der privaten Wohnung mit Homeoffice für beide fallen Fortschritte bei der Gestaltung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung teilweise wieder so auffällig weg, dass sie zum öffentlichen Thema während der Lockdowns werden konnten. Wissenschaftlich arbeitende junge Frauen im Mittelbau der Universitäten mit befristeten Verträgen und terminlich gebundenen Zielen waren und sind besonders betroffen, wenn sie höhere Qualifizierung und Familie miteinander verbinden wollen. Der erwerbstätige Partner, wenn er das höhere Einkommen einbringt, wird in einer Risikosituation, wenn das Einkommen der Partnerin entfällt oder eingeschränkt wird, aus diesem Grund von Hausarbeiten und Kinderbetreuung entlastet. Beide Momente zeigen, wie fragil eine Gesellschaft eingerichtet ist, die selbst in Krisenzeiten verlässliche Formen der Sorge für Kinder aller Altersstufen nicht bieten kann und sich traditionell auf unbezahlte Frauenarbeit im privaten Haushalt verlässt. Vereinzelt berichteten Fernsehsender, zum Beispiel sehr problembewusst der NDR, dass es an Kompetenzen im arbeitsintensivsten und arbeitszeitintensivsten Bereich der Haushaltsführung mangelt, der täglichen Ernährung. Nicht wenige Akademikerinnen in den späten Dreißigern sind wegen der neuerlichen Verschiebung des Heiratsalters von Frauen und Männern nach oben und späten Mutterschaften Mütter grundschulpflichtiger Kinder, die andere Versorgungsansprüche haben als Jugendliche. Sie erinnerten sich an Mangelerlebnisse in ihrer eigenen Kindheit in den späten 1980er Jahren, die aus unterschiedlichen Gründen auftraten. „Die lästige Hausarbeit“ befand sich immer darunter. Die Lieblingskonserve hieß „Ravioli“. Es wurde erkannt, dass über alle diese Sachverhalte noch einmal nachgedacht werden müsste.

Manche Frau in der ehemaligen DDR (Berichterstattung MDR) erinnerte sich an die verlässlichen Vorteile, die das gewiss mangelhafte Gesellschaftssystem bei der Versorgung der Kinder doch auch geboten hat.

Wenn man bedenkt, dass die gesellschaftliche Reproduktion, der Lebenserhalt, in 41,5 Millionen Haushalten für 83,2 Millionen Staatsbürger und Staatsbürgerinnen geleistet wird in einer absoluten Berechnung mit genauso vielen Arbeitsstunden wie in der Erwerbswirtschaft, ist die Bedeutung des privaten Haushalts unabweisbar. Es ist ein Risikofaktor für die Daseinsvorsorge und ihre Qualität, darauf nicht durch schulisches Lernen für beide Geschlechter vorzubereiten. Meines Erachtens sind zu viele Haushalte aus unterschiedlichen Gründen zunehmend nicht in der Lage, ihre Doppelfunktion wahrzunehmen. Das Angebot von Arbeitskraft scheitert immer wieder an fehlenden und auch an der Inanspruchnahme von Fortbildungen, das verringert Einkommen durch eigene Arbeit. Zu den wirtschaftlichen und wissenschaftlich begründeten Überlegungen der 1980er Jahre gehörte angesichts einer dynamischen Veränderung der Arbeitsmärkte, dass partnerschaftliche Arbeitsteilungen bei der Haushaltsführung für beide den Erhalt der Arbeitskraft und des eigenen Erwerbseinkommens die Inanspruchnahme von zeit- und kostenintensiven Fortbildungen ermöglichen müssen. Davon sind wir heute in kritischer wirtschaftlicher Situation weit entfernt.  Die Nachfrage nach Gütern durch bewusste an der Bedürfnisrangordnung der Familienmitglieder gewonnenen Nachfrageentscheidungen scheitert an Abhängigkeiten von Absatzstrategien von Produzenten. Es fehlt in diesem Haushaltsbereich an Verbraucherbildung.  Die Schieflage vieler Haushalte ist schon länger vorhanden, der deutliche sichtbare Beweis sind die Fehlernährungen, die sich im Straßenbild beobachten lassen, sowie Verwahrlosung vielfältiger Art in der Selbstpräsentation. Weniger sichtbar im öffentlichen Bild unserer Gesellschaft ist die Verschuldung privater Haushalte, davon sind gut 10 Prozent etwa vier Millionen Haushalte betroffen. Manche Obdachlosigkeit begann mit einer Privatinsolvenz wegen Arbeitslosigkeit und/oder Scheidung.  Die Haushaltspflege ist teilweise zunehmend bei überforderten sozialen Gruppen so gering, dass Kinder aus den Haushalten entnommen werden müssen. Der private Haushalt ist nicht ersetzbar, wenn er aber ersetzt werden muss, entstehen erhebliche Belastungen für das Sozialsystem.

Was aber ist die neue Seite bei der Hausarbeit im privaten Haushalt? Historisch gesehen gibt es mehr Haushalte mit höheren Einkommen als je.  Der Einkommensbezieher durch Erwerbstätigkeit mit höheren Qualifikationen gehört zu diesen Haushalten. Der private Haushalt bei Selbstständigkeit dagegen befindet sich in einer eigenen Planungssituation.  Diese Haushalte und die Haushalte mit höheren Einkommen können Entlastungen finanzieren, die Verzichte auf Teile der Hausarbeit von Frauen ermöglichen und Männer davor bewahren partnerschaftlich mit Arbeitsteilungen mehr Aufgaben zu übernehmen. Diese Haushaltsführung ist darum teuer und verschwendet aus Bequemlichkeit und um des „lieben Friedens willen“ Haushaltsmittel. Privaten Haushalten mit niederen Einkommen sind diese Konfliktlösungen nicht möglich. Sie wären desto mehr auf ein verändertes Verhältnis von Männern zur Hausarbeit angewiesen, damit sowohl Erwerbsarbeit als auch Hausarbeit und Fortbildungen von Frauen kombiniert werden können.

Auch in diesen Haushalten mit höheren Einkommen treten Kompetenzprobleme auf: Die höheren Einkommen und die fehlende Haushaltsplanung und Kontrolle der Haushaltsausgaben täuschen darüber hinweg, dass Mittel verschwendet werden. Klärungen der Bedürfnisrangordnung unter ökologischen Gesichtspunkten wären eigentlich überfällig und würden eine Glaubwürdigkeitslücke für ein ernstes Interesse an ökologischen Verhaltensweisen schließen. Diesem Haushaltstyp fehlt es selten an Geld und der ökonomische Druck fehlt, Ausgaben zu überprüfen. Die steigenden Energiepreise werden eine unbekannte Lage herbeiführen, die Haushalte mit geringen Einkommen nicht tragen können, bei höheren Überlegungen zu Einsparungen erzwingen, weil der sogenannte freie Konsum zu stark dadurch eingeschränkt werden wird, absehbar ab dem 1.1.2022. Die Mietnebenkosten werden erheblich steigen! Ohne stützende Maßnahmen werden die unteren Einkommensbezieher die neue Belastung nicht tragen können.

Der private Haushalt mit höherem Einkommen hat Anteil an der Verschwendung der Lebensmittel, ein Drittel wird weg geworfen wegen mangelhafter Planung beim Einkauf von Lebensmitteln. Die Verlagerung von Einkäufen ins Internet belastet die ganze Gesellschaft: ökologisch im Hinblick auf alle flugs mit Smartphone getätigten Einkäufe (heute bestellt, übermorgen geliefert) , auf  den Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastung, den Verkehr für den Warentransport, die Beschäftigungssituation des Personals von Amazon und ähnlichen Dienstleistern mit strapaziösen abzulehnenden Arbeitsbedingungen, ausbeuterischer Arbeitszeit und Bezahlung. Diese ausbeuterische Beschäftigungssituation ist die Grundlage für die preisgünstige Preisgestaltung der Anbieter, deren Abnehmer sich für „modern“ halten. Greta Thunberg würde gewiss auch dazu sagen:“ Bla, Bla, Bla“.

5. Die ökologische Krise kann nach so vielen Katastrophen in unserer eigenen Umwelt, wie wir sie in diesem Jahr erlebt haben, nicht mehr bezweifelt werden.  Sie betrifft jeden einzelnen und seinen privaten Haushalt. Der unverzichtbare Umbau der Gesellschaft erfordert viele Anstrengungen. Das ist eine Plattitüde!  Am Anfang aus der Sicht privater Haushalte muss die Überprüfung des eigenen Verbrauchsverhaltens stehen.  Das ist dann keine kleine Anstrengung mehr. Neue Bedürfnisrangordnungen müssen entwickelt werden. Das ist ein hoher Anspruch, er hat eine objektive Seite bei der Überprüfung der Faktoren und eine subjektive psychologische.  Verzichte müssen geleistet werden. Die junge Protestgeneration muss eingebunden werden und gewonnen werden für neue Lebensformen. Nichts ist so verschwenderisch wie das Leben im Singlehaushalt, in Berlin sind das 53 % aller Haushalte. Junge Leute streben diese Haushaltsform früher an zur Ablösung von den Eltern als bisher. Auch das ist ein Phänomen der Wohlstandsgesellschaft.   Die Haushaltsgrößenstruktur ist für Umweltbelastungen bedeutend:

Der Single-Haushalt erfordert höhere Konsumausgaben, größere Wohnflächen, höheren Energieverbrauch, höhere Kohlendioxid-Emissionen.

 

Der private Haushalt und die öffentlichen Haushalte haben gemeinsam, dass sie Einnahmen und Ausgaben in ein Gleichgewicht bringen müssen. Schieflagen, fehlender Ausgleich, dauerhafte Verschuldungen können nicht langfristig und dauerhaft Grundlage der Reproduktion der Gesellschaft sein. Das ökonomische Prinzip verlangt das Wirtschaften mit knappen Mitteln.

Im Sinne des voran gestellten „Totalphänomens der Ernährung und des privaten Haushalts“ gilt unabweisbar, dass die Vermehrung restriktiver Einflussfaktoren (Umweltkrisen, Ressourcenknappheit, Energiepreissteigerungen aus Knappheit) auf die Bewältigung des täglichen Lebens neue Verhaltensweisen erfordern. Wenn sie nicht vorhanden sind, müssen sie erlernt werden. Die Bedingungen für Lernprozesse müssen verändert werden. Vorurteile gegen private Hausarbeit, die immer schon unnütz waren, können wir uns nicht mehr leisten!

Wir sind erst am Anfang, aber alles fängt mit dem ersten Schritt an. Gehen wir weiter!

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Dr. A. Gabriele Gehlen, pensionierte Lehrerin, Sozialwissenschaftlerin und Bildungshistorikerin
Druckfassung des Vortrags für den Deutschen Akademikerinnenbund, Regionalgruppe Berlin-Brandenburg

drggehlen@t-online.de

 

 

 



[1]https://www.br.de/wissen/nobelpreis 2021-wirtschaft-wirtschaftsnobelpreis-102.html. Abgerufen: 14.11.2021.

[2]a.a.O.

[4]Als neueste Publikation vgl.: Rulffes, Evka, Die Erfindung der Hausfrau. Geschichte einer Entwertung.  Hamburg 2021.

[5]Zeit Nr. 44, 28. Oktober 2021: Moritz Asslinger und Malte Henk, Dossier, S. 15-17.

[6]Tagesspiegel, Freitag. 5. November 2021, Nr. 24708, Bericht auf der Basis eines Gespräches von Malte Lehming:

        Im Sturm der Moral. S. 3 (ganzseitig).

[7]Tagesspiegel,Sonntag, 24. Oktober 2021, Nr. 24 696, Interview von Hans Monath „Ich warne vor der Hoffnung, dass der Markt alles regelt“.

[8]Tagesspiegel, Sonnabend, 6. November 2021, von Marion Koch.

[9]CFO=Chief Financial Officer.

[10]  Tagesspiegel, Sonntag, 7. November 2021, Nr. 24710, Fragen von Maria Fiedler und Hans Monath.

[11]  Gehlen, Gabriele, Miszelle über Wilhelm von Humboldt und die Reformversuche der preuß. Unterrichtsverwaltung,

    in: Mitteilungsblatt des Förderkreises Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung e.V.,

     Nr.23 (2012/13)1. S. 7-15.

 

 

[12] Der Artikel enthält eine Übersicht über die Diskussionen des Faches Haushaltslehre in seiner Geschichte als Schulfach, Forschungen und Beiträge als Teil seiner Konzeption im Schulfach Arbeitslehre wurden inhaltlich aufgenommen, aber nicht belegt, tauchen im bibliographischen Inhaltsverzeichnis nicht auf: Bartsch, Silke, Methfessel, Barbara, Haushaltslehre - Vom Emanzipations- zum Kompetenzdiskurs, in: Handbuch der Geschlechterforschung und Fachdidaktik. Wiesbaden 2012. S. 199-212.

 

[13]Tagesspiegel 9.6.2015: Philologenverband ist gegen ein Schulfach „Alltagswissen“, vertreten durch den Vorsitzenden Hans-Peter Meidinger. Die damalige Bundesministerin Johanna Wanka (CDU) hatte für ein solches Fach plädiert, es könne zum Beispiel über Fallen in Handyverträgen aufklären oder Grundkenntnisse im Kochen vermitteln.

[14]Gehlen, Gabriele, Geschlechtsspezifisches Arbeits- und Sozialverhalten in seinen Auswirkungen auf die Durchführung des Arbeitslehre-Unterrichts. Bad Honnef: Verl. Karl Heinrich Bock 1988. (Diss TU Berlin 1987).

[15] Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. November 2021, Volker Looman: Die große Angst vor der Armut im Alter. S. 25, halbseitig.

 

[16] Aus der vernachässigten Perspektive einer "Soziologie der Knappheit" wendet sich der Verfasser mit der These "Knappheit und Knappheitsbekämpfung -Grundtatbestand und Grundprozeß menschlicher Existenz"

elementaren Formen der Knappheit zu: Balla, Bálint, Soziologie der Knappheit: zum Verständnis individueller und gesellschaftl. Mängelzustände. Suttgart 1978.

 

Die Unbeugsamen

11.01.2022

Ab 10. Februar 2022 als DVD, Blu-ray und Digital fürs Heimkino erhältlich (EST bereits ab 27. Januar)

· DIE UNBEUGSAMEN von Torsten Körner ist eine mitreißende filmische Zeitreise über die Pionierinnen der Bonner Republik, die sich ihre Beteiligung an den demokratischen Entscheidungsprozessen gegen erfolgsbesessene und amtstrunkene Männer buchstäblich erkämpfen mussten. Unerschrocken, ehrgeizig und mit unendlicher Geduld verfolgten sie ihren Weg und trotzten Vorurteilen und sexueller Diskriminierung.

· Der richtige Film zur richtigen Zeit – das Thema Gendergerechtigkeit in der Politik brennt vielen Menschen unter den Nägeln, es besteht weiter großer Diskussionsbedarf. Mit dem Dokumentarfilm DIE UNBEUGSAMEN lieferte Regisseur Torsten Körner wichtige Hintergründe zu der Diskussion, die aktuell intensiver und breiter geführt wird als je zuvor. Er ist hochrelevant für politisch bewusste Menschen aller Altersgruppen, dabei kurzweilig und unterhaltsam.

· Frauen sind auch aktuell in der Politik noch längst nicht gleichberechtigt, dafür reicht ein Blick in die Parlamente sowie auf die aktuellen politischen Diskussionen. Mit dem Dokumentarfilm DIE UNBEUGSAMEN ist Torsten Körner ein überraschend zeitgemäßes Portrait der Politikerinnen der Bonner Republik und deren Kampf um Teilhabe an den politischen Entscheidungsprozessen gelungen.

Rückblick: D-A-CH-Veranstaltung im Rahmen der weltweiten UN-Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext

21.12.2021

Unter diesem Titel organisierten die drei führenden Akademikerinnenorganisationen Österreichs VAÖ, der Schweiz SVA und Deutschland DAB e.V. eine gemeinsame Veranstaltung zum o.g. Thema durch, zu der die Mitglieder der jeweiligen Landesverbände wie auch die Ortsgruppe Rotterdam (NL) eingeladen wurden.

„16 Tage gegen Gewalt an Frauen“, ist eine UN-Kampagne, die sich weltweit zum Ziel gesetzt hat das Ausmaß und die verschiedenen Ausprägungen von Gewalt gegen Frauen zu thematisieren und Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen als fundamentale Menschenrechtsverletzung nachhaltige Folgen für die Betroffenen selbst, aber auch für die gesamte Gesellschaft hat [1].

„16 Tage gegen Gewalt an Frauen“, beginnt jährlich am 25. November, dem Gedenktag für alle Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden.

„16 Tage gegen Gewalt an Frauen“, findet jährlich seinen Abschluss am internationalen Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember.

Die eingeladenen Expertinnen berichteten in ihren Vorträgen eindrucksvoll zu folgenden Themen:

„Das versteckte Problem: Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt an deutschen Hochschulen“
Dr. Heike Pantelmann und Dr. Tanja Wälty vom Margherita von Brentano-Zentrum für Geschlechterforschung an der Freien Universität Berlin

„(Sexualisierte) Diskriminierung & Gewalt (SDG) im universitären Kontext. Von Unterstützungsstrukturen für Betroffene an Österreichs Universitäten“.
Mag.a Dr.in Andrea Ellmeier, Universität für Musik und darstellenden Kunst Wien
Mag.a Maria Mucke, Universität Klagenfurt

«Was kann gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung im Studium und Klinikalltag getan werden“.
Priv.Doz.in Mag.a Dr.in Anna Maria Dieplinger(JKU, Kepleruniversität Linz)

„No means no! Mit Wen-Do gegen sexualisierte Belästigung“
Dr. Livia Boscardin, Soziologin, Wen-Do-Trainerin und Generalsekretärin des SVA

Auszüge und Gedanken aus den Beiträgen

«Gleichbehandlung muss bereits im frühen Alter gelehrt werden»

Maria Tiefenthaller, Präsidentin des VAÖ stellt diese Forderung in den Mittelpunkt der sich den Vorträgen anschließenden Diskussion.
Ein grundlegender Ansatz, der ganz früh bereits verhindern kann, was betroffene Studentinnendurch sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt physisch wie psychisch an Universitäten widerfährt: Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt.

 „Gefährdung der Sicherheit am Arbeitsplatz“

Andrea Ellmeier und Maria Mucke sprechen in ihrem Beitrag von der „Gefährdung der Sicherheit am Arbeitsplatz“, so erfolgt dort eine Objektivierung der Betroffenen durch Missachtung ihrer Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle – also eine Reduktion auf die Körperlichkeit. Dieser Vorgang ruft bei den Betroffenen Scham, Schuldgefühle, Ohnmacht, Selbstwertprobleme, Vertrauensverlust, Stress, Rückzug bis zur Depression hervor. Folgen sind häufig ein Leistungsabbau bis hin zum Abbruch des Studiums und dem Ausstieg aus der wissenschaftlichen Laufbahn.

«Behinderung der Karriere»

Anna Maria Dieplinger zeigt in ihrem Vortrag das Beispiel der Behinderung einer Karriere:
Eine junge Oberärztin der Chirurgie arbeitet in einem männlich geprägten Team, sie wird gemobbt, eine für sie negative Arbeitsumwelt entsteht mit allen Folgen.
Der Vorgang ist subtil, lässt sich durch sachliche Gespräche nicht auflösen – es gibt keine Argumente. Schweigen. Solidarisierung unter Männern?

Da sich die junge Ärztin fachlich erfolgreich engagiert und weniger interessiert auf die sexistisch geprägten Männerwitze während des Arbeitsalltages eingeht, ist zu vermuten, dass sie schlichtweg «verschwinden» soll, um die angestammte Atmosphäre des Teams nicht weiter zu beeinträchtigen.
Und es gelingt: ein Arbeitspsychologe wird eingeschaltet, sie wird von der Abteilung «weg motiviert».

Fazit:
Wenn die gesellschaftliche Zuschreibung von Männern und Frauen aus der Balance gerät, wird diese von Männern wieder eingefordert, wenn auch mit Gewalt.

«Was ist das Problem?»

Dieser Frage gehen Heike Pantelmann und Tanja Wälty nach und berichten:
Die Anzahl der Mikroagressionen bildet den Rahmen für schwerwiegende Übergriffe.
Bei sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt fehlt die strafrechtliche Relevanz.

Jeder Fall wird als individuell betrachtet, wie ein neues Problem, welches noch nie dagewesen ist. Die Fälle sind komplex, mehrschichtig und abhängig von Machtverhältnissen und Abhängigkeiten. Das Ausmaß, in dem sexualisierte Gewalt normalisiert wird, ist enorm. Oft werden Täter geschützt und ihr Verhalten entschuldigt.
Es existiert eine Kultur des Schweigens, das Thema wird institutionell entpolitisiert.

«…und was können wir selbst tun?»

NO means NO – NEIN heist NEIN

Livia Boscardin gibt uns mit ihrem Vortrag einen Einblick in WEN-DO, einem körperlichen und geistigen Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungs-Konzept. Das damit verbundene Empowerment stärkt Frauen gegen sexuelle Belästigung.
Die Entschiedenheit mit welcher Frauen NEIN sagen, gibt unserem Gegenüber ein starkes und glaubwürdiges Signal. Diese Übung zeigt Livia Boscardin im Video und es lohnt genau hinzusehen und zu üben!

Welche Instrumente gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung im Studium und Hochschul- und Universitätsalltag sind wirksam?

Österreich:
Ist seit 1990 eine politisch durchgesetzte universitäre Infrastruktur gegen Diskriminierungen, sexuelle Belästigung und Gewalt etabliert in deren Folge 1991 bereits Arbeitskreise für Gleichbehandlungen (AKG) eingerichtet wurden.

Seit 1993 zählt dazu auch die Frauen und Geschlechterforschung an den Universitäten, so dass an der Universität Wien arbeitende Referat Genderforschung.

2004 erfolgt die gesetzliche Absicherung durch Koordinationsstellen und-zentren, diese ist im Bundesgesetz über die Organisation der Universitäten und ihre Studien UG 02 §19 (2)7. verankert.

Schweiz:
Als erster Hochschulkanton in der Schweiz hat der Kanton Bern 1990 die universitäre Gleichstellung mit der Gründung der Abteilung für die Gleichstellung institutionalisiert.
Das Gesetz über die Universität (UniG BSG 436.11) ist seit 1998 wirksam.
Im Universitätsstatut ist das Thema Sexuelle Belästigung auf rechtlicher Basis des Personalgesetzes des Kantons Bern von 2004 verankert.

Deutschland:
Den Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz regelt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). An Universitäten und Hochschulen existiert das Referat Gleichstellung für Mann und Frau mit den Gleichstellungsbeauftragten.

Hochschulleitungen werden zum transparenten und konsequenten Umgang mit dem Thema verpflichtet, regelmäßige Präventionsmaßnahmen sollen eine hohe Sensibilisierung zum Thema schaffen. Seit Juli 2021 wurde der Leitfaden "Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?"
für Beschäftigte, Arbeitgeber und Betriebsrätevon der Antidiskriminierungsstelle des Bundes veröffentlicht. Dort werden konkret Formen sexueller Belästigung beschrieben sowie Rechte, Pflichten und Handlungsstrategien benannt.

Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und wird in Kürze auf dem Youtube-Kanal des DAB verfügbar sein. Es war eine gut organisierte Veranstaltung. Danke an alle Beteiligte.

[1]https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/frauen-und-gleichstellung/gewalt-gegen-frauen/initiative-gewalt-gegen-frauen-und-kampagnen/16-tage-gegen-gewalt.html

Geschlechtergerechte Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik"

06.12.2021

Die Jahrestagung des Arbeitskreises „Frauen in Politik und Wirtschaft“ des DAB fand am 19. November dieses Jahres in Berlin statt.

Deren Thema lautete: "Geschlechtergerechte Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik".
Es war uns letztendlich gelungen, diese öffentliche Veranstaltung doch noch präsent und online zu organisieren und stattfinden zu lassen.

Unser Ziel war es, die Arbeitsmarkt-Situation und die sozialen Verhältnisse im Allgemeinen und besonders auch an den Universitäten, den akademischen Arbeitsmarkt darzustellen und zu diskutieren. Ein weiterer richtiger Zielpunkt der Diskussion war die Frage danach, wie weit sich die Nicht-Gleichberechtigung der Frauen verbessert hat, oder eher rückläufig ist.

Ganz besonders möchte ich auf das Impuls-Referat von Dr. Aline Zucco, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hans-Böckler-Stiftung hinweisen, welches sich speziell auch mit der Situation der Akademikerinnen befasst. Dies wird in erweiterter Form in der DAB-Zeitschrift "KONSENS" veröffentlicht.

Neues zur D-A-CH-Veranstaltung im Rahmen der weltweiten UN-Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“

17.11.2021

Die drei Schwesterverbände aus Deutschland (DAB), Österreich (VAÖ) und der Schweiz (SVA) bestreiten dieses Jahr erstmalig eine gemeinsame Veranstaltung zur Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“, zu welcher all ihre Mitglieder sowie diejenigen der Ortsgruppe Rotterdam (NL) herzlich eingeladen sind. 

Das Zoom-Meeting findet am 2.12.2021, von 18.30 bis 20.30 Uhr, zum Thema „Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext“ statt.

Für die Vorträge konnten wir sechs Expertinnen aus den drei Ländern gewinnen:

Dr. Heike Pantelmann und Dr. Tanja Wälty vom Margherita von Brentano-Zentrum für Geschlechterforschung an der Freien Universität Berlin referieren zu „Das versteckte Problem: Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt an deutschen Hochschulen“.
Dr. Tanja Wälty ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt im Hochschulkontext“. Dr. Heike Pantelmann ist Geschäftsführerin des Margherita von Brentano-Zentrums für Geschlechterforschung an der Freien Universität Berlin.

Abstract
Seit #Aufschrei und #MeToo hat die Problematik der sexualisierten Belästigung, Diskriminierung und Gewalt mehr öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. An deutschen Hochschulen jedoch steht das Thema jedoch nur selten auf der Tagesordnung. Viel mehr wird es tabuisiert, normalisiert und totgeschwiegen. Die Erfahrungen von Betroffenen werden unsichtbar gemacht, was bei diesen Scham, Wut, Selbstzweifel und Angst auslöst.
Junge Wissenschaftler*innen und Minderheitengruppen sind besonders von sexualisierter Belästigung und Gewalt betroffen. Als Personen, die sich am unteren Ende der universitären Machtstrukturen befinden, haben sie kaum Möglichkeiten, sich gegen sexualisierte Übergriffe zu wehren.
In den letzten Jahren haben Studierende auf der ganzen Welt vermehrt auf sexualisierte Übergriffe mit kreativen Protestformen und Interventionen reagiert, die darauf abzielen die Institution von unten nach oben zu stören und die Problematik an Universitäten sichtbar zu machen. Wir greifen in unserer Präsentation eine Protestform auf und problematisieren anhand von Erfahrungsberichten von Betroffenen die weit verbreiteten Mikroaggressionen, die Individualisierung von sexualisierter Gewalt an der neoliberalen Hochschule und die Kultur des Schweigens.

Mag.a Dr.in Andrea Ellmeier, Historikerin, Leiterin der Stabstelle Gleichstellung, Gender Studies und Diversität (GGD) an der Universität für Musik und darstellenden Kunst Wien und Mag.a Maria Mucke, stellvertretende Leiterin des Universitätszentrums für Frauen- und Geschlechterstudien an der Universität Klagenfurt sprechen zu „(Sexualisierte) Diskriminierung & Gewalt (SDG) im universitären Kontext. Von Unterstützungsstrukturen für Betroffene an Österreichs Universitäten“.

Abstract
Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es an österreichischen Universitäten Unterstützungsstrukturen für von sexualisierter Diskriminierung & Gewalt (SDG) betroffene Personen. Diese Struktur besteht aus der verpflichtenden Verankerung der Arbeitskreise für Gleichbehandlungsfragen (AKG) an jeder der 22 österreichischen Universitäten. Durch die Autonomiewerdung der österr. Universitäten im Rahmen des Universitätsorganisationsgesetzes 2002 (UG 02) ist dazu gekommen, dass laut UG 02 §19 Abs. 2 (7) an jeder österr. Universität eine „Organisationseinheit für Frauenförderung, Gleichstellung und Geschlechterforschung“ einzurichten ist. Diese Stellen sind weisungsgebunden und erarbeiten gemeinsam mit der Universitätsleitung Maßnahmen zur Frauenförderung, Gleichstellung und Förderung der Geschlechterforschung. In unserem Input werden wir darüber sprechen, welche positiven Möglichkeiten sich einerseits aus dieser Strukturverankerung ergeben, welche für eine nachhaltige Gewaltschutzarbeit an den Universitäten notwendigen Fragen aber weiterhin offen sind.

Priv.Doz.in Mag.a Dr.in Anna Maria Dieplinger (JKU, Kepleruniversität Linz) referiert zur Frage „Was kann gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung im Studium und Klinikalltag getan werden“.

Abstract
Es war gerade gestern, als die erste Frau an einer österreichischen Universität – Elise Richter (1908) – habilitierte. Diskriminierung von Professoren und die geschlechtsbezogene Stigmatisierung sind auch heute noch Thema. Frauen, die wegen ihres Geschlechtes kein Ausbildungsfach in bestimmten medizinischen Fächern bekommen und von männlichen Kollegen weggemobbt werden. Was aber tun um letztlich aus dieser Misere zu kommen? Anhand von Fällen soll aufgezeigt werden, was tatsächlich 2021 immer noch passiert und wo es gilt hinzusehen.

Dr. Livia Boscardin, Soziologin, Wen-Do-Trainerin und Generalsekretärin des SVA, gibt mit ihrem Vortrag: No means no! Mit Wen-Do gegen sexualisierte Belästigungeinen Einblick in Wen-Do, einem körperlichen und geistigen Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungs-Konzept. Das damit verbundene Empowerment stärkt Frauen gegen sexuelle Belästigung.

Abstract
Im interaktiven Kurzworkshop „No means no! Mit Wen-Do gegen sexualisierte Belästigung“ erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in Wen-Do, dem körperlichen und geistigen Empowerment- und Selbstverteidigungs-Konzept, sowie ein Instrumentarium gegen sexualisierte Belästigung mit Sofortwirkung. Die Verbindung von Theorie und Praxis in kurzweiligen Übungen lassen uns gestärkt und beschwingt aus dem Workshop gehen. Keine Vorkenntnisse nötig, alle können mitmachen!

Anschliessend an die Vorträge findet eine Diskussion statt, an welcher sich die Teilnehmenden mit den Expertinnen austauschen können.  

Die Moderation wird von den Präsidentinnen, Manuela Queitsch, Dr. Maria Tiefenthaller und Doris Boscardin gemeinsam bestritten.

Anmeldung
Eine Anmeldung ist schon jetzt per Mail möglich an:

Das detaillierte Programm der Veranstaltung mit Kurzvitae der Referentinnen, Ressourcen und weitere Informationen zum digitalen Event finden Sie hier in pdf.

In Vorfreude auf den gemeinsamen Anlass und mit herzlichen Grüssen
 
Manuela Queitsch, DAB         
 
Dr. Maria Tiefenthaller, VAÖ 
 
Doris Boscardin, SVA

 

MIT RÜCKENWIND FÜR GLEICHSTELLUNG IN DIE AMPELKOALITION

18.10.2021

Deutscher Frauenrat

Der Deutsche Frauenrat begrüßt die Absicht von SPD, GRÜNEN und FDP, gemeinsam im Bund regieren zu wollen. Damit dem Dreierbündnis der Aufbruch in eine gerechte, klimaneutrale und digital gut aufgestellte Gesellschaft gelingt, muss der Koalitionsvertrag eine ehrgeizige gleichstellungspolitische Agenda verfolgen, fordert der DF.

„Eine Ampelkoalition bietet großes Potenzial für die Gleichstellung in Deutschland. Die Parteien haben gemeinsame frauenpolitische Ziele in ihren Wahlprogrammen formuliert und jetzt haben sie die Chance zur Umsetzung. Daran werden wir sie messen. Vor allem aber muss die Koalition Gleichstellung als Leitprinzip in ihrer Politik festschreiben und institutionell verankern. Nur so wird der grundgesetzlich verbriefte Auftrag des Staates, die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen aktiv herzustellen, mit frischem Wind belebt.“ sagt Dr. Beate von Miquel, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats.

Die Chancen für eine progressive Gleichstellungspolitik unter dem Dreierbündnis stehen gut. So teilen SPD, GRÜNE und FDP beispielsweise das Ziel einer partnerschaftlichen Arbeitsteilung in Familien oder einer Gesamtstrategie gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Der DF begrüßt diese Gemeinsamkeiten ausdrücklich, erwartet aber weitere Schritte. Im nächsten Koalitionsvertrag dürfen klare Bekenntnisse zu einem Paritätsgesetz, zu einem geschlechtergerechten Bundeshaushalt und zu einer ressortübergreifenden Gleichstellungsstrategie nicht fehlen.

„Der Wähler*innenauftrag zur Veränderung unserer Gesellschaft war deutlich“, so von Miquel weiter. „Gerade auch bei den großen Herausforderungen in der Klimapolitik und Digitalisierung muss die Geschlechterperspektive mitgedacht und Gleichstellung progressiv gestaltet werden. Gleichstellung gehört zu den zentralen Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft.“

Der Deutsche Frauenrat ist die politische Interessenvertretung von rund 60 bundesweit aktiven Frauenorganisationen und damit die größte Frauenlobby Deutschlands.

Pressemitteilung als PDF

Auftakt der Sondierungen: Chance für mehr Geschlechtergerechtigkeit jetzt nutzen! djb Pressemitteilung vom 03.10.2021

05.10.2021

www.djb.de/presse/pressemitteilungen/detail/pm21-32

Der von Sexismus geprägte Wahlkampf und die Ergebnisse der Bundestagswahl 2021 machen einmal mehr klar: Wir brauchen verbindliche Weichenstellungen der Politik Richtung Parität und Geschlechtergerechtigkeit! Der Frauenanteil im Bundestag ist, trotz vorheriger Willensbekundungen aller Parteien, kaum merklich gestiegen und liegt noch immer bei nur knapp einem Drittel. Wieder einmal zeigt sich, dass es für eine gleichberechtige politische Teilhabe gesetzlicher Maßnahmen bedarf. Bei den Sondierungen und Koalitionsverhandlungen geht es jetzt darum, gleichstellungspolitische Ziele, sowohl personell als auch inhaltlich, in den Fokus zu rücken und als Querschnittsaufgaben bei der Modernisierung des Landes mitzudenken. Die geschlechtergerechte Gestaltung der Digitalisierung stellt dabei eine wichtige Herausforderung dar.

Die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes e.V. (djb) Professorin Dr. Maria Wersig kommentiert die heute beginnenden Sondierungen: „Die jetzt anstehenden Sondierungen müssen sich an den vor der Wahl propagierten Idealen und Plänen der Parteien messen lassen. In den Statements am Wahlabend wurden gleichstellungspolitische Ziele dagegen völlig vernachlässigt. Wir fordern alle potenziell an der Regierung beteiligten Parteien auf, ihre historische Chance, das Land Richtung mehr Geschlechtergerechtigkeit zu bewegen, zu nutzen. Ein paritätisch besetztes Kabinett ist ein erstes, wichtiges Signal.“

Der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) hat bereits vor der Wahl seine ausführlichen Forderungen an die nächste Bundesregierung veröffentlicht. Dazu zählen unter anderen: Effektiver Schutz vor häuslicher, sexualisierter und digitaler Gewalt, soziale Sicherheit, Gleichheit im Erwerbsleben und gerechte Bezahlung sowie die Sicherung reproduktiver Rechte und die Abschaffung des sogenannten Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche aus § 219 a StGB. Zudem hat die nächste Bundesregierung alle Anstrengungen zu unternehmen, die Istanbul Konvention endlich vollumfänglich umzusetzen. 

Neuwahl in der DAB-Gruppe Berlin

01.10.2021

Ines Dannehl, die die Gruppe im letzten Jahr stellvertretend geführt hatte, ist zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Dr. Marianne Kriszio ist jetzt die zweite Vorsitzende, Kassenwartin ist wie bisher Angelika Bröke. 

Die Präsidentin Manuela Queitsch und die Vizepräsidentin Ruth Hagengruber waren virtuell und in Präsenz dabei.

RICHTUNGSWECHSEL FÜR PROGRESSIVE FRAUENPOLITIK

28.09.2021

Die Wähler*innen fordern einen politischen Richtungswechsel ein, das zeigt das Ergebnis der Bundestagswahl. Dieser Richtungswechsel muss auch durch eine progressive Frauen- und Gleichstellungspolitik erfüllt werden.

„Dem Auftrag der Wähler*innen wird entsprochen, wenn progressive Gleichstellungspolitik und die Stärkung von Frauenrechten in den jetzt anstehenden Sondierungen zu zentralen Bedingungen für weitere Gespräche gemacht werden. Das erwarten viele Wähler*innen, das erwartet die weibliche Zivilgesellschaft. Nicht zuletzt die Coronakrise hat die Dringlichkeit für eine ressortübergreifende Gleichstellungspolitik deutlich gemacht, sei es in der Steuer-, Familien- oder Arbeitsmarktpolitik“, so die Vorsitzende des Deutschen Frauenrats Dr. Beate von Miquel.

Der DF wird die anstehenden Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen #frauenpolitischkritisch begleiten. So muss ein zukünftiger Koalitionsvertrag auch Vorhaben für einen geschlechtergerechten Bundeshaushalt, der seine Mittel fair für Männer und Frauen verteilt, die geschlechtergerechte Gestaltung von Digitalisierungs- und Klimapolitik, die Umsetzung der Istanbul Konvention sowie ein Steuersystem hin zu einer Individualbesteuerung enthalten.

Auch der neue Deutsche Bundestag ist weit weg von einer demokratischen Repräsentation der Bevölkerung. Ein Frauenanteil von knapp 35% ist, trotz seines leichten Anstiegs, inakzeptabel. Die nächste Bundesregierung muss ein Paritätsgesetz auf den Weg bringen.

Noch nie wurde die Bundestagswahl frauenpolitisch so intensiv begleitet. Der DF hat mit seinen Wahlforderungen, den DF-Küchengesprächen und dem DF-Gleichstellungs-Check deutlich gemacht: Wir erwarten von der neuen Bundesregierung fortschrittliche Gleichstellungspolitik ganz oben auf ihrer Agenda.

Der Deutsche Frauenrat ist die politische Interessenvertretung von rund 60 bundesweit aktiven Frauenorganisationen und damit die größte Frauenlobby in Deutschland. Der DF wird auch in der 20. Legislatur die Interessen seiner Mitglieder mit Nachdruck vertreten und erste Adresse für Gleichstellungspolitik sein.

Pressemitteilung als PDF

Pressemitteilung der Berliner Erklärung nach der Bundestagswahl 2021 Parität in der Regierung! Jetzt reden wieder fast nur Männer!

28.09.2021

Berlin, 28.9.2021: Berliner Erklärung sieht mit Sorge die Diskussionen nach der Wahl und die männliche Dominanz in der Regierungsbildung

Nach der Wahl scheint das Heft des Handelns einmal mehr in männlicher Hand.

Die Berliner Erklärung beobachtet mit großer Sorge, wie Parteien und Medien die Bewertung der Wahl überwiegend Männern überlassen.

Schnell werden Männer zu Königsmachern erklärt, dagegen Politikerinnen und Expertinnen zu selten gefragt. Aus Sicht der Berliner Erklärung darf es kein Selbstläufer sein, dass Männer wichtige Ministerien schon im Vorfeld von Sondierungsgesprächen für sich reklamieren. Wo bleiben die Frauen mit ihren Wunschministerien? Welche gleichstellungspolitischen Themen sollten nun in den Verhandlungen in den Vordergrund rücken?

Die Berliner Erklärung hat vor der Wahl umfangreiche Forderungen vorgelegt und mit den Spitzenkandidat:innen ausführlich diskutiert. Nun dringen die 21 Initiatorinnen und 23 verbündeten Verbände im Hinblick auf die künftige Regierung auf Parität auf allen Ebenen und Gleichstellung als Leitprinzip in allen Handlungsfeldern. Damit einher gehen die Forderungen nach gleicher Bezahlung und dem Schutz vor Gewalt.

www.berlinererklaerung.de; #BerlinerErklärung

 

Das überfraktionelle Bündnis der Berliner Erklärung existiert seit 2011.
Aktuell gehören ihm 21 Frauenverbände als Initiatorinnen an:

Arbeitsgemeinschaft Anwältinnen im DAV, 270 Mitglieder, Christina Dillenburg, Vorsitzende www.davanwaeltinnen.de

BAG kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen, 1.900 Mitglieder, Christel Steylaers, Bundessprecherin www.frauenbeauftragte.de

Business und Professional Women (BPW) Germany, 1.600 Mitglieder (Deutschland) 30.000 Mitglieder in 100 Ländern, Uta Zech, Präsidentin www.bpw-germany.de

dbb bundesfrauenvertretung,436.000 Mitglieder, Milanie Kreutz, Vorsitzende www.dbb.de

Deutscher Ärztinnenbund e.V. (DÄB), 2.400 Mitglieder, Dr. Christiane Groß M.A., Präsidentin www.aerztinnenbund.de

Deutscher Akademikerinnenbund e.V. (DAB), 412 Mitglieder, Manuela B. Queitsch, Präsidentin,  www.dab-ev.org

deutscher ingenieurinnenbund e.V. (dib), 400 Mitglieder, Sylvia Kegel, Delegierte www.dibev.de

Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv), 450.000 Mitglieder, Petra Bentkämper, Präsidentin www.landfrauen.info

Digital Media Women e.V. (DMW), 820 Mitglieder und 30.600 Community Mitglieder, Sandra Roggow, 2. Vorstandsvorsitzende www.digitalmediawomen.de

EAF Berlin | Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft, 2.000 Unterstützer/innen, Dr. Helga Lukoschat, Vorsitzende www.eaf-berlin.de

European Women’s Management Development International Network e.V. (EWMD Deutschland),470 Mitglieder in Deutschland; 900 Mitglieder europa- und weltweit, Ariane Bischoff, President www.ewmd.org

FidAR - Frauen in die Aufsichtsräte e.V., 1.100 Mitglieder, 5.000 Unterstützer*innen, Monika Schulz-Strelow, Präsidentin www.fidar.de

Frauen im Management e.V. (fim), 180 Mitglieder, Bärbel Jacob, Bundesvorstand www.fim.de

Journalistinnenbund e.V. (jb), 400 Mitglieder, Friederike Sittler, Vorsitzende www.journalistinnen.de

Power to Transform! e.V., Barbara Rohm, Vorstand www.power-to-transform.org

Pro Quote Film e.V., 1.500 Unterstützer*innen, Margrét Rún, Vorstand www.proquote-film.de

ProQuote Medien e.V., 200 Mitglieder, 5.000 Unterstützerinnen und Unterstützer, Edith Heitkämper, Vorsitzende www.pro-quote.de    

ProQuote Medizin, 700 unterstützende Unterschriften, davon 80 Professoren und Professorinnen, Prof. Dr. Gabriele Kaczmarczyk, Initiatorin pro-quote-medizin.de

UN Women Deutschland e.V., 1.200 Mitglieder, Elke Ferner, Vorsitzende www.unwomen.de

Verband deutscher Unternehmerinnen e.V. (VdU), 1.800 Mitglieder und Interessentinnen, 16 Landesverbände, Jasmin Arbabian-Vogel, Präsidentin www.vdu.de

Working Moms – Pro Kinder Pro Karriere e.V. (WM), 660 Mitglieder, Lucia Mathée, Vorsitzende www.workingmoms.de

 

Folgende 22 Verbündete tragen die Forderungen der Berliner Erklärung mit:

Bücherfrauen e.V.            
www.buecherfrauen.de

Bukof - Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungs-beauftragten an Hochschulen
www.bukof.de

de’ge’pol W
www.degepolw.de

Deutscher Hebammen-verband e.V.
www.hebammenverband.de

Femtec Alumnae e.V.      
www.femtec-alumnae.org

Fondsfrauen www.fondsfrauen.de

Frauen in der     
Immobilienwirtschaft e.V.
www.immofrauen.de

Frauenpolitischer Rat      Land Brandenburg e.V.
www.frauenpolitischer-rat.de

Landesfrauenrat Berlin e.V.
www.lfr-berlin.de

Landesfrauenrat Bremen e.V.
www.landesfrauenrat-bremen.de

Landesfrauenrat Hamburg e.V
www.landesfrauenrat-hamburg.de

LandesFrauenRat Hessen e.V.
www.lfr-hessen.de

Landesfrauenrat Rheinland-Pfalz e.V.       
www.landesfrauenrat-rlp.de

Pro Quote Bühne e.V.      www.proquote-buehne.de

PROUT AT WORK-           
FOUNDATION
www.proutatwork.de

Soroptimist International
Deutschland
www.soroptimist.de

Spitzenfrauen Gesundheit e.V. www.spitzenfrauengesundheit.de

Stiftung erste deutsche Astronautin gGmbH          
www.dieastronautin.de

Union deutscher Zonta
Clubs
www.zonta-union.de

Verband alleinerziehender Mütter und Väter          
Bundesverband e.V.
        
www.vamv.de

Verband berufstätiger Mütter (VBM) e.V.
www.vbm-online.de

Webgrrls.de www.webgrrls.de

Women in Film and          
Television Germany        
(WIFTG)
www.wiftg.de

 

Weitere Informationen: www.berlinererklaerung.de

Pressekontakt: Monika Schulz-Strelow, Präsidentin FidAR e.V., Tel: 030 887 14 47 16

PM in PDF

Neuer Vorstand

13.09.2021

Präsidentin Manuela Queitsch und Vizepräsidentin Ruth Hagengruber in ihren Ämtern wiedergewählt

13. Deutscher Seniorentag 2021 BAGSO

30.07.2021

In diesem Jahr wird der DAB auf dem 13. Deutschen Seniorentag in Hannover, einer Veranstaltung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen BAGSO und der damit verbundenen Messe auch mit einem eigenen Programm vertreten sein. Der 13. Deutsche Seniorentag findet statt vom 24.-26.11.2021 im Hannover Congress Centrum HCC.

Dorothee Stender, 1. Vorsitzende der Regionalgruppe Düsseldorf und Delegierte in der Organisation der BAGSO wird den DAB auf der Veranstaltung vertreten. Sie wird am 25.11. zwischen 11.00 und 12.30 Uhr einen Vortrag mit anschließender Fishbowl zum Thema „Altersarmut“ halten. Wir freuen uns auf rege Teilnahme.

Das vorläufige Programm finden Sie auf der Homepage des 13. Deutschen Seniorentages unter https://www.deutscher-seniorentag.de/

Interviewpartnerin für Masterarbeit gesucht

26.07.2021

Im Zuge meiner Masterarbeit am Lehrstuhl für Führung und Organisation an der Universität Regensburg beschäftige ich mich mit dem Thema Frauen in Führung während der COVID-19-Pandemie. Für den empirischen Teil meiner Arbeit habe ich mich für Interviews mit ExpertInnen aus

verschiedenen Bereichen entschieden. Da Sie als Mitglied im Deutschen Akademikerinnenbund e.V. interessante Einschätzungen zu meinem Forschungsgebiet liefern können, würde ich mich sehr freuen, Ihnen in einem persönlichen Gespräch (ca. 60 Minuten) einige Fragen rund um die oben genannte Thematik zu stellen.

"Persönliches Gespräch" könnte dabei in diesen Zeiten bedeuten, dass ich uns einen sicheren Videokonferenzraum via Zoom bereitstelle (Videoübertragung ist optional), oder dass wir telefonieren. Als kleines Dankeschön für Ihre Teilnahmebereitschaft stelle ich allen Teilnehmenden die Forschungsergebnisse bei Interesse gerne zur Verfügung.

Ein solches Interview wird üblicherweise aufgenommen und anschließend verschriftlicht, wobei im Rahmen der Verschriftlichung alle Identifikationsmöglichkeiten (z.B. Eigen- und Unternehmensnamen) entfernt werden. Die weitere wissenschaftliche Analyse erfolgt ausschließlich mit dem anonymisierten Text.

Über eine kurze Rückmeldung per E-Mail (pia.obermeier@stud.uni-regensburg.de), oder gerne auch telefonisch, wäre ich sehr erfreut. Sie erreichen mich (im HomeOffice) unter 0170-3179839.

_Die Hashtags bzw. Keywords für Twitter/Instagram/Facebook:_
#fraueninführung #covid19 #opportunityorchallenge

Pia Obermeier

 

 

Mentorinnen gesucht

05.05.2021

Mentorinnen gesucht. Der DAB sucht Akademikerinnen, die Studierenden und Berufs-Starterinnen zwei Jahre begleiten und unterstützen können.

Die Anforderungen sind:
Berufserfahrung
Einfühlungsvermögen
technische oder naturwissenschaftliche Ausbildung
Sozialpädagogische Ausbildung

Melden Sie sich bitte in der Geschäftsstelle oder unter info@dab.ev.org

Anfragen:

  • Humangeographin, benötigt Unterstützung bei Projektanträgen
  • eine Masterstudentin in den Endzügen ihresStudiums der Kulturwissenschaften - Culture, Arts & Media mit einem Schwerpunkt in Textkulturen und einem Minor in Arts Organization, benötigt Unterstützung einer Mentorin in den Berufsstart
  • Junge Frau sucht Mentorin, hat einen Master in Entwicklungsökonomie (2019) in Schweden erfolgreich absolviert. Ihr Berufsziel ist es an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft zu arbeiten.

FRAUEN AUS ALLER FRAUEN LÄNDER GESTALTEN DIE ZUKUNFT DEUTSCHLANDS

16.04.2021

Deutschland ist ein Wissenschaftsstandort mit einer jahrhundertelangen Tradition. Viele Frauen aus aller Frauen Länder folgen seinem Ruf und prägen mit uns die akademische Wirklichkeit. Können sie dazu beitragen, unsere Gesellschaft zu verändern, zu verbessern? Haben sie genug Einflussmöglichkeiten dafür? Gestehen wir sie ihnen zu?Wohin wird diese Reise gehen?

In der Runde diskutieren Frauen, die Frauenuniversitäten gegründet, Forschungseinrichtungen geführt und Forschungen initiiert haben, mit Frauen,  die nach Deutschland migrierten und hier ihren akademischen Weg gegangen sind. Was bewegt sie alle? Was muss und kann sich ändern, um den Akademikerinnen mehr Gehör zu verschaffen? Was ist für uns alle wichtig, um die Zukunft gemeinsam erfolgreich zu meistern?

Frauen aus aller Frauen Länder gestalten die Zukunft in Deutschland ist eine Initiative des Deutschen Akademikerinnenbundes.

Im Rahmen der Veranstaltung wird die Präsidentin des Deutschen Akademikerinnenbundes, Manuela Queitsch, den Sophie La Roche-Preis an Elke Büdenbender verleihen, um ihren Einsatz für Frauen anzuerkennen.

Die Laudatio hält Auma Obama, Gründerin der Auti Kuu-Stiftung, Kenia, die in Deutschland studiert und promoviert hat.

Die Tagung ist eine Veranstaltung des Deutschen Akademikerinnenbundes in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung WZB und dem Center for the History of Women Philosophers der Universität Paderborn Center HWPS.

Der Ablauf der Veranstaltung ist folgender:
Freitag, 30.4.2021, 14.30 – 17.00 UHR ONLINE unter WZBlive

VERLEIHUNG DES SOPHIE LA ROCHE-PREISES AN ELKE BÜDENBENDER
FRAUEN AUS ALLER FRAUEN LÄNDER GESTALTEN DIE ZUKUNFT DEUTSCHLANDS

14.30 Uhr
Begrüßung durch die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Jutta Allmendinger
Begrüßung durch die Präsidentin des Deutschen Akademikerinnenbundes, Manuela Queitsch

14.45 Uhr
Roundtable FRAUEN AUS ALLER FRAUEN LÄNDER GESTALTEN DIE ZUKUNFT DEUTSCHLANDs
Mit:

JUTTA ALLMENDINGER
Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin

PETIA GENKOVA
Mitglied im Vorstand des Deutschen Akademikerinnenbunds, Professorin an der Hochschule Osnabrück

AYLA NEUSEL
Professorin em. der Gesamthochschule Kassel, frühere Vizepräsidentin der Gesamthochschule Kassel und Initiatorin der internationalen Frauenuniversität

LINN SELLE
Präsidentin der Europäischen Bewegung Deutschland

PARTO TEHERANI-KRÖNNER
Umweltsoziologin mit dem Schwerpunkt Gender und Globalisierung, Wissenschaftliche Beraterin des Hortinlea-Projekts an der Humboldt Universität zu Berlin

Diskussionsleitung:
RUTH HAGENGRUBER
Vizepräsidentin des Deutschen Akademikerinnenbundes, Direktorin des Center for the History Of Women Philosophers an der Universität Paderborn, Professorin an der Universität Paderborn

ca. 16.15 Uhr
VERLEIHUNG DES SOPHIE LA ROCHE-PREISES AN ELKE BÜDENBENDER

MANUELA QUEITSCH
Präsidentin des Deutschen Akademikerinnenbundes, Ansprache zur Verleihung des Sophie La Roche-Preises

AUMA OBAMA
Auti Kuu-Stiftung, Kenia, Laudatio

ELKE BÜDENBENDER
Dankesworte

Ende der Veranstaltung gegen 17.00 Uhr

Plakat zum Download

WZBlive (einfach draufdrücken, kein Zoom erforderlich).

AUSTRITT AUS ISTANBUL-KONVENTION MUSS KONSEQUENZEN HABEN

22.03.2021

Deutscher Frauenrat
Berlin, 22. März 2021

Austritt aus Istanbul-Konvention muss Konsequenzen haben

Der Deutsche Frauenrat verurteilt den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention und fordert Konsequenzen für die deutsch- bzw. europäisch-türkischen Beziehungen. Bei ihrem heutigen Ratstreffen müssen sich die EU-Außenminister*innen und der Hohe Vertreter der Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, dem antifeministischen Dammbruch in Europa entschlossen entgegenstellen.

Das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die sogenannte Istanbul-Konvention, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen der Frauenbewegung, um Gewalt gegen Frauen in all ihrer Vielfalt zu ächten. „Der Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention ist schockierend. Überraschend ist er leider nicht. Weltweit, unter den Mitgliedstaaten des Europarates, innerhalb der EU und auch in Deutschland stehen Frauenrechte unter Beschuss. Sie sind aber nicht verhandelbar,“ sagt Mona Küppers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats.

In Istanbul wurde die Europarats-Konvention 2011 von den ersten Mitgliedstaaten gezeichnet und 2012 von der Türkei als erstem Staat ratifiziert. In der jüngsten Vergangenheit hatten der türkische Präsident Erdogan und seine Partei sie aber wiederholt in Frage gestellt – eine scharfe internationale Reaktion darauf blieb bisher aus. Am Geburtsort der Konvention sorgt der Austritt per Dekret jetzt für große Proteste. „Frauenrechte sind Menschenrechte. Dieser gesellschaftliche Konsens wird offensichtlich wieder in Frage gestellt. Das können und werden wir als Frauenbewegung nicht hinnehmen,“ erklärt Lisi Maier, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates.

Neueste Zahlen der Weltgesundheitsorganisation zeigen, dass weltweit jede dritte Frau in ihrem Leben von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen ist. Auch – und insbesondere – die junge Generation der Frauen erleidet Gewalt durch aktuelle oder ehemalige Partner. Es ist davon auszugehen, dass die Corona-Pandemie häusliche Gewalt verschärft hat. Die türkische Organisation „Wir werden Frauenmorde stoppen“ zählte im Jahr 2020 über 300 Femizide. Eine Gewaltschutzkonvention in dieser Situation aufzukündigen ist zynisch und falsch.

In Solidarität mit der türkischen Frauenbewegung und den Frauen in der Türkei appelliert der DF an die Bundesregierung:

  • Im Rahmen des aktuellen Vorsitzes des Ministerkomitees des Europarates die Türkei aufzufordern, diesen Schritt rückgängig zu machen. Ein Ausdruck des Bedauerns kann hier nicht genügen.
  • Sich als aktuelles Mitglied der EU-Triopräsidentschaft ohne Verzug dafür einzusetzen, dass der Austritt der Türkei Konsequenzen für die deutschen und EU-Beziehungen zur Türkei haben sollte – auch in den aktuellen Verhandlungen über die Fortführung des Migrationspaktes mit der Türkei. Die fortschreitende Entfernung des Nato-Mitglieds von demokratischen Werten darf nicht länger ignoriert werden.

Nicht nur die Türkei auch EU-Mitgliedstaaten, wie Polen und Ungarn, stellen wiederholt die Gleichstellung der Geschlechter und konkret die Istanbul-Konvention in Frage. Der DF fordert die Bundesregierung deshalb auf:

  • Sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, dass die EU die Istanbul-Konvention umgehend ratifiziert. Ein Gutachten des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofes hat kürzlich festgestellt, dass dies rechtlich möglich ist.
  • In der EU einen antifeministischen Dammbruch zu verhindern. Innerhalb der EU-Mitgliedstaaten muss sichergestellt sein, dass EU-Mitglieder dem Aufkündigen der Konvention durch Erdogan nicht folgen. Geschlechtergerechtigkeit und Gewaltschutz dürfen nicht zur Verhandlung gestellt werden – weder in Europa noch weltweit.

Der Deutsche Frauenrat ist die politische Interessenvertretung von rund 60 bundesweit aktiven Frauenorganisationen und damit die größte Frauenlobby Deutschlands.

Pressemitteilung als PDF

Frauen gestalten die Zukunft Deutschlands - neue Interview-Reihe im DAB-Youtube-Kanal

11.01.2021

Die Präsidentin des DAB Manuela B. Queitsch eröffnet mit der neuen Interview-Reihe des DAB die Vorbereitungen zur Tagung "Frauen aus aller Frauen Länder" im April 2021. Im ersten Interview mit Kerstin Körner, Oberbürgermeisterin von Dippoldiswalde, werden Themen, wie z.B. weibliche Führung und Kommunikation herausgearbeitet, um das große Potential sichtbar zu machen, dass Frauen für die Gesellschaft sind.

https://youtu.be/L93gaUJ5KJ0

Frauen aus aller Frauen Länder
Die Tagung wird am 30. April 2021 im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) stattfinden. In Kooperation mit dem WZB, das unter der Leitung der Präsidentin Frau Professorin Jutta Allmendinger steht, verleiht der DAB in einer feierlichen Veranstaltung den Sophie La Roche-Preis an Elke Büdenbender. Die Laudatio wird Dr. Auma Obama halten. 

In Abhängigkeit vom Pandemieverlauf wird die Tagung als Hybridveranstaltung stattfinden. Wir informieren laufend.

Anmeldungen sind in Kürze möglich.

Special-Newsletter DAB Arbeitskreis - FrauenPolitik und Wirtschaft (AK-FPW): "Geschlechtergerechte Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik - Defizite und Handlungsansätze im Brennglas der Corona-Krise" – im Rahmen der Jahrestagung des Arbeitskreises FrauenPolitik und Wirtschaft

17.12.2020

Das Thema zur o.a. Jahrestagung am 6.11.2020 hatten wir im vergangenen Jahr beschlossen. Heute ist vieles, was wir für unser Programm geplant haben, hochaktuell geworden. Die Corona-Krise hat scheinwerferartig in den Blick, wie die Situation der meisten Frauen in der Arbeitswelt, bei der Sozialversorgung und im familiären Arbeitsbereich ist.

Es gilt erneut nachzufragen, inwiefern der Artikel drei unseres Grundgesetzes, der den Frauen gleiches Recht auf allen Gebieten zuspricht, Realität geworden ist. In der jetzigen Situation der Corona-Krise ist leicht festzustellen, dass Kinderbetreuung der vielfältigsten Art sowie Pflegearbeit neben der Erwerbsarbeit fast nur Frauensache sind und das Männer- Frauenverhältnis überwiegend bestimmen. Auf der politischen Ebene scheint seit 1977 bis heute nicht relevant geworden zu sein, dass es eine politische Verantwortung gibt, die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf allen Ebenen durchzusetzen.

Die Tagung kann nun wegen der Einschränkungen zur Ausbreitung des Coronavirus so nicht stattfinden. Wir planen sie für das Frühjahr 2021. Aus diesem Grund geben wir in Kurzfassung einen Überblick über die Referatsinhalte sowie die Stellungnahmen der geladenen Expertinnen. Die beiden Referate gehen auf Arbeitsmarkt, Arbeitssituation und Sozialpolitik sowie auf die derzeitigen Corona-Gegebenheiten ein. Die Faktenpräsentation und die analytischen Befunde finden (in einer Präsenztagung) ihre Fortsetzung in einer darauffolgenden offenen Diskussion, die in diesem Newsletter special mit drei Stellungnahmen vollzogen wird. Im Fokus der Expertinnen stehen besonders die Situation an den Universitäten und das Berufsleben von Akademikerinnen.

Hiermit möchten wir Sie einladen, sich von dem Newsletter inspirieren zu lassen, weiterzudenken und wenn möglich im Frühjahr 2021 in Berlin auf der Tagung des DAB Arbeitskreises FrauenPolitik und Wirtschaft zusammenzukommen und dort zu diskutieren und Hinweise an die Politik zu geben.

Der Arbeitskreis Frauen Politik und Wirtschaft wurde 2011 innerhalb des Deutschen Akademikerinnen Bundes gegründet. Grundlage der Arbeit des Arbeitskreises sind die folgenden werte- und zielorientierten Forderungen: Gleichberechtigung als Verfassungsziel für Frauen gesellschaftlich endlich auf allen Gebieten durchzusetzen, insbesondere im Arbeits- und Sozialrecht sowie in wirtschaftsrelevanten Zusammenhängen. Daraus ergibt sich das Engagement für soziale Gerechtigkeit und Sicherheit und der Wunsch nach Anerkennung der Gleichwertigkeit der Geschlechter, insbesondere der „Wissenschaftsfähigkeit“ der Frauen.

Erdmute Geitner, 1. Sprecherin AK-FPW, Tanja Berger, Bildungsreferentin

Den vollständigen Newsletter bitte ich Sie im PDF zu lesen.

ENDSPURT VOR DER BUNDESTAGSWAHL 2021 FRAUEN- UND GLEICHSTELLUNGSPOLITIK IM LETZTEN REGIERUNGSJAHR

11.11.2020

Deutscher Frauenrat

Berlin, 11. November 2020

Die Große Koalition hat in den letzten drei Jahren den Großteil ihrer frauenpolitischen Koalitionsversprechen umgesetzt oder angepackt. Dafür gebührt ihr unsere Wertschätzung, auch wenn sich der Deutsche Frauenrat (DF) bei vielen Projekten mutigere Schritte gewünscht hätte, die jenseits des Koalitionsvertrages möglich gewesen wären.

Im Koalitionsvertrag wurden wichtige gleichstellungspolitische Maßnahmen vereinbart, die zum jetzigen Zeitpunkt zwar angefangen aber nicht abgeschlossen wurden. Wir erwarten deren zügige Umsetzung bis zur nächsten Bundestagswahl 2021.

Die Coronapandemie ist eine Krise, die vor allem auf den Schultern von Frauen lastet. Sie macht bestehende Geschlechterungleichheiten überdeutlich und zeigt uns, dass in der Gleichstellungspolitik noch viel zu tun ist.

Verbindliche Quoten für mehr Frauen in Führung

Eine Untersuchung der Albright Stiftung ergab, dass die Zahl der Frauen in den Dax30-Konzernen seit einem Jahr wieder sinkt. Gleichzeitig werden die Vorstände in anderen Ländern weiblicher. Geht es im aktuellen Tempo weiter, wären die Vorstände erst im Jahr 2053 paritätisch besetzt. Der längst vorliegende Gesetzentwurf für Führungspositionen will das ändern und sieht nicht nur eine Erweiterung des Geltungsbereiches für die gesetzliche vorgeschriebene Aufsichtsratsquote vor, sondern auch Vorgaben für eine Mindestbeteiligung von Frauen in Vorständen, die mehr als drei Personen umfassen. Damit gehen die Bundesministerinnen Giffey und Lambrecht einen wichtigen Schritt über den Koalitionsvertrag hinaus. Sie wollen die Beteiligung von Frauen an der Spitze der deutschen Wirtschaft und im Öffentlichen Dienst signifikant vorantreiben. Der DF erwartet in 2020 einen Kabinettsbeschluss zu diesem Gesetzentwurf.

Bundesstiftung für Gleichstellung dieses Jahr gründen

Eine unabhängige Bundesstiftung für Gleichstellung hat das Potential, ein Meilenstein für die institutionelle Frauen- und Gleichstellungspolitik in Deutschland zu werden und Gleichstellung nach vorne zu bringen. Laut Koalitionsvertrag soll sie sich „wissenschaftlich fundiert insbesondere Fragen der gerechten Partizipation von Frauen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft“ widmen. Die Koalitionsfraktionen haben sich bereits auf die Bundesstiftung geeinigt. Der DF fordert in seinem Aufruf zusammen mit GMEI (Gender Mainstreaming Experts International), dass eine Bundesstiftung für Gleichstellung noch in diesem Jahr gegründet wird.

Monitoringstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention gründen

Zur Umsetzung der Istanbul-Konvention waren im Bundeshaushalt 2020 Gelder für die Einrichtung einer unabhängigen Monitoringstelle eingestellt. Der DF nimmt die Bundesregierung daher in die Pflicht, die Gründung einer solchen Stelle im Jahr 2021 zügig voranzutreiben.

Konzept für Bezuschussung von haushaltsnahen Dienstleistungen vorlegen

Mit öffentlichen Zuschüssen für haushaltsnahe Dienstleistungen würden Familien entlastet und Anreize für legale, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, insbesondere von Frauen, gesetzt. Der DF begrüßt das im Koalitionsvertrag formulierte Vorhaben, die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen zu bezuschussen. Die Bundesregierung muss dazu endlich ein Konzept vorlegen, damit das Vorhaben in den nächsten Monaten umgesetzt werden kann.

Die Ausweitung der Quote für Aufsichtsräte! Die Einführung der Vorstandsquote!

12.10.2020

Der DAB fordert:

Die Ausweitung der Quote für Aufsichtsräte! Die Einführung der Vorstandsquote!

und schließt sich den Forderungen an.

Parität: Konkrete Vorschläge zur Umsetzung müssen zügig vorliegen

09.10.2020

Deutscher Frauenrat


Aktuelles | 9. Oktober 2020

Am 8. Oktober verabschiedete der Deutsche Bundestag eine Reform des Wahlrechts. Diese enthält die Einsetzung einer Reformkommission, die u.a. Vorschläge erarbeiten soll, wie eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern im Bundestag gewährleitet werden kann. Heute soll außerdem der Gruppenantrag von Grünen und Linken „Mehr Frauen in den Bundestag", der die Einsetzung einer Kommission zu Parität fordert, debattiert werden.

Dazu Elke Ferner, DF Vorstandsmitglied und Leiterin des Fachausschusses Parität:

„Wir unterstützen ausdrücklich alle Bemühungen für Parität im Bundestag und fordern alle Fraktionen auf, dazu zügig Vorschläge vorzulegen. Wünschenswert wäre, wenn es im parlamentarischen Verfahren gelänge, die Reformkommission und die von Grünen und Linke geforderte Kommission miteinander zu verbinden und das Thema Parität noch in dieser Wahlperiode zu bearbeiten.

Entscheidend dafür ist, dass die Reformkommission jetzt zügig, und dies bedeutet in der nächsten Sitzungswoche, eingesetzt wird und dann ihre Arbeit aufnehmen kann. Nur so wird die Chance gewahrt, dass noch in dieser Legislaturperiode Vorschläge für Parität im Bundestag erarbeitet werden können.

Der DF fordert weiterhin, Parität im Wahlrecht für Listen- UND Direktmandate zu verankern. Vorschläge dazu, wie Parität auf Bundesebene erreicht werden kann, liegen längst auf dem Tisch. Auch der DF hat hierzu Modelle entwickelt.

Mehr Frauen in den Bundestag – 50:50 bleibt das Ziel

05.10.2020

Deutscher Frauentag

Aktuelles | 5. Oktober 2020

Am 25. August 2020 einigten sich die Koalitionsspitzen darauf, die paritätische Vertretung von Frauen im Bundestag in einer Reformkommission zur Wahlrechtsreform zu behandeln. Der entsprechende Gesetzentwurf wird heute in einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Inneres und Heimat im Bundestag beraten. Der DF wendet sich mit einer Stellungnahme an die Mitglieder des Ausschusses.

Dazu Elke Ferner, DF Vorstandsmitglied und Leiterin des Fachausschusses Parität:

„Leider liegt bisher weder ein zwischen den Koalitionsfraktionen abgestimmter noch von den Oppositionsfraktionen vorgelegter Vorschlag vor, der eine paritätische Vertretung von Frauen und Männern schon bei der nächsten Bundestagswahl sicherstellt.

Der DF unterstützt ausdrücklich alle Bemühungen für Parität im Bundestag und fordert alle Fraktionen auf, dazu zügig Vorschläge vorzulegen. Sowohl die Anträge von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, die die Erarbeitung von konkreten Vorschlägen noch in dieser Wahlperiode fordern, als auch die Aufnahme von Parität in den Arbeitsauftrag der von CDU/CSU und SPD vorgeschlagenen Reformkommission können Parität im Deutschen Bundestag voranbringen. Es wäre erfreulich, wenn es im parlamentarischen Verfahren gelänge, beides miteinander zu verbinden und das Thema Parität noch in dieser Wahlperiode zu bearbeiten.

Der DF fordert weiterhin, Parität im Wahlrecht für Listen- UND Direktmandate zu verankern. Vorschläge dazu, wie Parität auf Bundesebene erreicht werden kann, liegen längst auf dem Tisch. Auch der DF hat hierzu Modelle entwickelt."

Der Deutsche Frauenrat ist die politische Interessenvertretung von rund 60 bundesweit aktiven

Frauenorganisationen und damit die größte Frauenlobby Deutschlands. Mit der Kampagne #MehrFrauenindieParlamente setzt sich der DF für Parität bei Listen und Direktmandaten ein und zeigt in einem Erklärvideo 3 Wege zum Ziel auf.

Parität für Listen- und Direktmandate!

26.08.2020

Deutscher Frauenrat
Pressemitteilung | 26. August 2020

Gestern hat sich der Koalitionsausschuss auf eine Wahlrechtsreform in zwei Stufen geeinigt. Noch in dieser Legislaturperiode soll eine Reformkommission eingesetzt werden, die nach der Bundestagswahl 2021 ihre Arbeit aufnehmen wird. In dieser Kommission sollen Vorschläge für die Verankerung von Parität im Wahlrecht erarbeitet werden.

Dazu DF-Vorstandsmitglied und Leiterin des Fachausschusses Parität Elke Ferner:

„Wir sind enttäuscht, dass auch die Große Koalition die Chance hat verstreichen lassen, schon zur nächsten Bundestagswahl Geschlechterparität im Wahlrecht zu verankern. Der DF freut sich aber, dass die Reformkommission konkrete Vorschläge für Parität erarbeiten soll. Modelle für Parität auf Bundesebene liegen auf dem Tisch. Der DF hat hierfür Vorschläge entwickelt.

Wir wollen es nicht länger akzeptieren, dass Frauen im Bundestag so dramatisch unterrepräsentiert sind. Unser Appell an die Bundestagabgeordneten lautet daher: Setzen Sie sich innerhalb der Kommission dafür ein, dass Parität im Wahlrecht bei den Listen UND Direktmandaten verankert wird."

Der Deutsche Frauenrat ist die politische Interessenvertretung von rund 60 bundesweit aktiven Frauenorganisationen und damit die größte Frauenlobby Deutschlands. Mit der Kampagne #MehrFrauenindieParlamente setzt sich der DF für Parität bei Listen und Direktmandaten ein und zeigt in einem Erklärvideo 3 Wege zum Ziel auf.

Wohlstand neu definieren, ist die Chance der Nach-Corona-Zeit. Ein neuer Geschlechtervertrag muss her!

23.06.2020

Die Stiftung Aufmüpfige Frauen meldet sich zu Wort:

Feminismus kann Leben retten[1] und den Planeten auch. Die aktuelle Verunsicherung ist eine Chance, einem neuen Denken, das schon angelegt war, Raum zu geben und Praxis werden zu lassen. Es geht um Lebensqualität für alle im Sinne einer sinnvollen und wertgeschätzten Arbeit, um Gleichstellung und Gesundheitsschutz, um die Pflege von Gemeinsinn, Freundschaften und sozialen Zusammenhalt, anstatt den Konsum und Ressourcenverbrauch weiter anzuheizen. Vieles davon haben wir während der Corona-Zeit erfahren und wertschätzen gelernt. Aber auch die Schattenseiten sind im Blick auf die Gleichstellung der Geschlechter, die planetarische Gesundheit (Klimawandel), die soziale Gerechtigkeit, das Leben in einem solidarischen Europa und globalen Zusammenhang deutlicher hervorgetreten. Vor allem die Arbeit von Frauen hat das Leben aufrechterhalten und die Lasten des Lockdowns getragen.

Aus der Zivilgesellschaft[2], der Nachhaltigkeitswissenschaft, aus Teilen der Politik melden sich beunruhigte Stimmen zu Wort, die einen systemischen Neuaufbruch aus der Corona-Krise fordern und dies bei der Neuverteilung der gigantisch vielen Milliarden an Steuergeldern und Bürgschaften durchzusetzen wollen. In diesen Chor einer neuen Wohlstandsprogrammatik reiht sich die Stiftung Aufmüpfige Frauen ein und bestärkt eine feministische Perspektive beim Paradigmenwechsel von der neoliberalen Produktionslogik in eine zirkuläre Wirtschaftsweise.[3]

Im Einzelnen sind dies z.B.:[4]

  • Eine paritätische Beteiligung von Frauen* in den Parlamenten und politischen Entscheidungs- und Beratungsgremien
  • Investitionen in die öffentliche Daseinsvorsorge und in ein belastungsfähiges Care-System
  • Angemessene tarifliche Vergütung der professionellen Sorgearbeit und Wertschätzung dieser systemnotwendigen Tätigkeiten
  • Abbau des Gender Pay Gap, des Gender Care Gap, des Gender Pension Gap in systemrelevanten Berufen‘ (mit 75% Frauenanteil)
  • Erleichterung der Vereinbarung von Beruf und Leben mit Kindern

besonders für junge berufstätige Mütter (und Väter)

  • Unterstützungsprogramm für junge Eltern beim Homeoffice, befristete Freistellung von der Berufsarbeit und Entgeltfortzahlung, Elternausgleichzahlungen bei mangelnder institutioneller Kinderbetreuung,
  • Unterstützung von Berufstätigen, die ihre Angehörigen pflegen (Lohnersatz und eigenes Zeitbudget), Unterbrechung der globalen Pflegeketten.[5]
  • Sorge um die menschliche Sicherheit. Statt Aufrüstung und Kriegshilfen sind Abrüstung und strukturelle wie humanitäre Aufbauhilfe zu forcieren.
  • Um dies in Gang zu setzen, sind eine geschlechtergerechte Haushaltspolitik und eine geschlechterdifferenzierte Wirkungsanalyse der Corona-Maßnahmen zu implementieren.

 

Die Stiftung Aufmüpfige Frauen fordert die Errichtung eines Gleichstellungsinstituts auf Bundesebene, das kontinuierlich Daten, Forschungsergebnisse und Beratungskompetenz für die Politik zur Verfügung stellt (Barbara Stiegler, GMEI).[6]

 

Für die Stiftung: Sigrid Metz-Göckel, Dortmund, im Juni 2020.

 

„Nur wer querdenkt, kann die Richtung ändern“

Homepage der Stiftung:

[1] Anna Clauß: Feminismus kann Leben retten. Der Spiegel Nr. 15/4.4.2020; Maja Göbel: Unsere Welt neu denken (2020); Jagoda Marinic: Die Chance ist weiblich, Frankfurter Rundschau, 24.05.20, Frontline Workers, EIGE-Institut (May 2020).

[2] Frauenrat, zivilgesellschaftliche Institutionen, Berliner Aufruf vom 29.04.20. u.a.m.

[3] In einer zirkulären Kreislaufwirtschaft nehmen weder der Wert noch die Qualität eines Rohstoffes nach Gebrauch ab.

[4] S. auch „‘Geschlechtergerecht aus der Corona-Krise“. Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Deutscher Bundestag Drucksache 19/20038.

[5] Durch gute Arbeit in den Entsendeländern (Europa-Politik) und Aufwertung und Qualifizierungsoffensive für Pflegeberufe in den ‚Aufnehmenden Ländern (s. Blog-Beitrag Stefanie Elies, Friedrich Ebert Stiftung 2020).

[6] Barbara Stiegler: Klein und fein, das darf es nicht sein. Der lange Weg zu einem unabhängigen Bundesinstitut für Gleichstellung, in: ZWD Politikmagazin, 15.03.2020, S.5.

Zuhause nicht sicher? – Bundesfrauenministerin Giffey startet bundesweite Kooperation mit Supermärkten gegen häusliche Gewalt

16.06.2020

Das eigene Zuhause ist in der Corona-Krise nicht für alle ein sicherer Ort. Kontaktbeschränkungen und Existenzängste belasten Familien und Partnerschaften – in dieser Ausnahmesituation können Konflikte und häusliche Gewalt zunehmen. Zugleich wird es für Betroffene schwieriger, sich zu informieren, wo es Hilfe gibt und diese Unterstützung auch in Anspruch zu nehmen. Auch Familien, Freunde oder Nachbarn sind in dieser herausfordernden Zeit unsicher, an wen sie sich wenden können. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene und ihr Umfeld gerade jetzt auf alternativen Wegen außerhalb der eigenen vier Wände erreicht werden und aufgezeigt bekommen, wo sie Hilfsangebote finden und was sie gegen Gewaltsituationen tun können.

Aus diesem Grund startet Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey heute die bundesweite Aktion „Zuhause nicht sicher?“: Gemeinsam mit Deutschlands großen Einzelhandelsketten Aldi Nord und Aldi Süd, Edeka, Lidl, Netto Marken-Discount, Penny, Real und Rewe will die Initiative „Stärker als Gewalt“ des Bundesfrauenministeriums Menschen unterstützen, die in der aktuellen Corona-Situation von häuslicher Gewalt betroffen sind oder die Betroffenen helfen wollen. Bundesweit werden in etwa 26.000 Supermärkten Plakate im Kassenbereich, an den Ein- und Ausgängen und an den Schwarzen Brettern aufgehängt, die über die Initiative und Hilfsangebote informieren. Auch auf der Rückseite vieler Kassenzettel finden sich Informationen über „Stärker als Gewalt“.

Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey: „In der Corona-Zeit spielt sich bei den meisten Menschen fast das gesamte Leben zu Hause ab. Im eigenen Zuhause nicht sicher zu sein ist ein unerträglicher Zustand, den wir nicht hinnehmen dürfen. Es gibt Wege aus der Gewalt, es gibt Hilfe – und ich ermutige alle Frauen und auch Männer, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, sich Unterstützung zu holen. Bei der Information über diese Hilfsangebote spielen Supermärkte eine wichtige Rolle, denn sie gehören zu den wenigen öffentlichen Orten, die zurzeit regelmäßig aufgesucht werden. Im Rahmen unserer Initiative „Stärker als Gewalt“ haben wir daher eine starke Allianz mit acht großen Einzelhandelsketten geschmiedet. Ab sofort werden in etwa 26.000 Supermärkten in ganz Deutschland Plakate der Aktion „Zuhause nicht sicher?“ über Hilfsangebote informieren. Auch auf Displays, Kassenzetteln oder auf Eigenmarken der Unternehmen finden die Kundinnen und Kunden Informationen über die Aktion. Ich bedanke mich bei den Märkten, die mitmachen, bei deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und auch bei allen Partnerinnen und Partnern der Initiative. Außerdem rufe ich jede und jeden dazu auf, die Aktion zu unterstützen und sich aktiv gegen Gewalt einsetzen. Wir dürfen die Betroffenen nicht allein lassen. Alle interessierten Unternehmen, Verwaltungen, Vereine oder Besitzerinnen und Besitzer kleinerer Läden können sich beteiligen. Menschen, die in Mehrfamilienhäusern wohnen, können die Plakate beispielsweise im Hausflur aushängen. Jede und jeder kann etwas tun, damit Gewalt beendet wird. Die ganze Gesellschaft ist jetzt mehr denn je gefragt. Denn gemeinsam sind wir stärker als Gewalt.“

Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Webseite des BMFSFJ sowie Infoblätter und Postervorlagen auf den folgenden Links:

AUS CORONA LERNEN: UNGERECHTIGKEIT ZWISCHEN DEN GESCHLECHTERN ABBAUEN

09.06.2020

Deutscher Frauenrat

Pressemitteilung | 14. Mai 2020

In der Corona-Krise drohen erhebliche Rückschritte in der Gleichstellung von Frauen und Männern. Denn die politischen Maßnahmen zum Umgang mit dem Virus vernachlässigen die Lebenswirklichkeiten von Frauen und Mädchen und setzen auf längst überholt geglaubte Geschlechterrollen. Damit unsere Gesellschaft aus dieser Krise gerechter und sensibilisierter hervorgeht, als sie hineingeraten ist, fordert der DF tiefgreifende wirtschafts-, finanz- und sozialpolitische Veränderungen. Ziel ist ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel, der Menschen und nicht Märkte in den Mittelpunkt politischen Handelns stellt.

Was aus Sicht der größten Frauenlobby dafür getan werden muss, beschreibt eine neue Textreihe unter dem Titel „Geschlechtergerecht aus der Krise“. Teil 1 startet heute mit grundsätzlichen Überlegungen und Forderungen für eine geschlechtergerechte Krisenpolitik: gerechte Verteilung von Finanzhilfen, gleichberechtigte Teilhabe an politischen Entscheidungen und eine zukunftsweisende Gleichstellungsstrategie.

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W20-ERKLÄRUNG: GLEICHSTELLUNG DER GESCHLECHTER ALS REAKTION AUF DIE COVID-19-PANDEMIE

09.06.2020

Deutscher Frauenrat

Thema "Corona" | 2. April 2020

Women20 (W20) ist eine offizielle Dialoggruppe der Gruppe der Zwanzig (G20), die sich für die wirtschaftliche Stärkung von Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter in den G20-Ländern und darüber hinaus einsetzt. Der DF ist zusammen mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) vom Bundeskanzleramt mandatiert, die Forderungen aus Deutschland in die W20 einzubringen.

Als Reaktion auf den außerordentlichen G20-Gipfel, hat W20 ein Statement mit Forderungen zur Gleichstellung in Zeiten der COVID-19-Pandemie an die G20 formuliert. Hier die wichtigsten Inhalte im Überblick:

  • Die Teilhabe von Frauen an Entscheidungen muss auf allen Ebenen schnell und gezielt ermöglicht werden.
  • Anstrengungen zur Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt müssen an die sich ändernden wirtschaftlichen Umstände angepasst werden
  • Entwicklung von Konjunkturpakete und Schutzformen, die die partnerschaftliche Betreuung fördern, einschließlich der Notfallversorgung für Kinder.
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4 FRAGEN AN MONA KÜPPERS: CORONA UND GEWALT

09.06.2020

Deutscher Frauenrat

Thema "Corona" | 30. März 2020

Wie hängen die aktuelle Corona-Krise und das Thema Gewalt an Frauen zusammen?

Gewalt nimmt in Krisen oft zu. Wir müssen davon ausgehen, dass bei Familien und Paaren, die in Isolation oder Quarantäne mehr Zeit miteinander verbringen müssen als sonst, sehr angespannte Situationen entstehen und Aggressionen zunehmen können. Hinzu kommen vielleicht noch finanzielle Sorgen. Wir befürchten im Zuge dessen einen rapiden Anstieg von häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder. Zahlen aus der Stadt Wuhan in China bestärken diese Befürchtungen leider. Schon vor der Krise erlebte jede dritte verheiratete Frau in China häusliche Gewalt, nun haben sich die Anfragen bei Hilfeangeboten für Betroffene verdreifacht. Ähnliches zeigt sich nun auch bei den ersten Zahlen aus Deutschland: Die Berliner Polizei berichtet, dass häusliche Gewalt seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen um zehn Prozent zugenommen hat. Die Dunkelziffer dürfte noch um einiges höher liegen. Hinzu kommt, dass Social Distancing die Gewalt noch weniger sichtbar macht. Wir müssen die massiven Folgen der Krise beim Thema Gewalt unbedingt mit im Blick haben. Und die Politik ist gefragt, auch auf diese jetzt entstehenden Probleme schnell und unbürokratisch zu reagieren und Lösungen zu finden.

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WANN, WENN NICHT JETZT - AUFRUF VON FRAUENVERBÄNDEN

29.04.2020

Deutscher Frauenrat

Pressemitteilung | 29. April 2020

Zwanzig bundesweit aktive Frauenverbände und Gewerkschaften haben sich heute mit gleichstellungspolitischen Forderungen in einem gemeinsamen Aufruf an die Bundesregierung und Arbeitgeber gewendet.

Corona hat das Leben in Deutschland und in der Welt grundlegend verändert. Deutlich wird, dass die wirtschaftlichen und sozialen Kosten Frauen wesentlich stärker treffen. Die Pandemie vergrößert alle gleichstellungs- und frauenpolitischen Probleme/Schieflagen, auf die wir bereits seit Jahrzehnten hinweisen. Angesichts der existenziellen Krise wird deutlich, wie lebensbedrohlich sich die über Jahre privatisierte und eingesparte öffentliche soziale Infrastruktur und die falschen Arbeitsbewertungen jetzt auf unseren Lebensalltag auswirken.

Wann, wenn nicht jetzt werden unsere frauen- und gleichstellungspolitischen Forderungen anerkannt und umgesetzt. Wir erwarten von Politik, Arbeitgeber*innen und allen Verantwortungsträger*innen ein ebenso mutiges, sachbezogenes und schnelles  Handeln wie jetzt in der Zeit von Corona.

Deshalb fordern wir u.a.:

  • finanzielle Aufwertung und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege, im Gesundheitswesen, der Erziehung und im Einzelhandel,
  • Abschaffung der Sonderregelungen für Minijobs,
  • Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten, die es Eltern ermöglichen, sich die Care-Arbeit gereicht zu teilen,
  • eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung mit Beratungsstellen und Gewaltschutzeinrichtungen.

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Neue Mentorinnen gesucht

22.04.2020

Auch Sie können junge Studentinnen und Berufsstarterinnen unterstützen. Gerade hat sich eine junge Künstlerin an den DAB gewandt, sie bei ihrem beruflichen Werdegang an einer Universität als Lehrende bzw. Professorin zu unterstützen. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter der E-Mail-Adresse: info@dab-ev.org

Unter dem Punkt Mentoring finden Sie weitere Informationen zum Mentoring-Programm.

Beruflicher Wiedereinstieg nach Elternzeit

01.04.2020

Nach der Elternzeit fällt es vielen Frauen schwer, wieder in den Beruf einzusteigen, da sie nicht wissen, wie und was sie machen und an wen sie sich wenden sollen. So erging es auch Eugenie Götting. Sie war bis zum Beginn ihrer Elternzeit in namhaften internationalen Unternehmen tätig und nimmt aktuell an einem Coaching für Führungskräfte teil. Von dieser Möglichkeit hatte sie von der Agentur für Arbeit erfahren. Wir möchten an dieser Stelle alle interessierten Frauen zu diesem wichtigen Thema Elternzeit aufrufen.

Machen Sie mit. Über einen Austausch mit anderen jungen Müttern im DAB, die sich in einer ähnlichen Situation befinden bis hin zu einer Gruppe: „Junge Führungsfrauen" wollen wir Ihre Meinung wissen.

Ihre Ansprechpartnerin ist Eugenie Götting, die Sie über ihre E-Mail-Adresse: eugenie.gotting@gmail.com und Telefonnummer: 0176 66998914 erreichen können.

DOPPELSCHICHT STATT HILFE: Entschädigungsanspruch kommt bei zu wenigen erwerbstätigen Müttern an

26.03.2020

Der Deutsche Frauenrat begrüßt den vom Bundestag beschlossenen Entschädigungsanspruch für Eltern, mit dem Verdienstausfälle wegen der Schließung von Kitas und Schulen kompensiert werden sollen. „Es ist ein wichtiges Signal, dass die Bundesregierung Doppelbelastung und finanzielles Risiko erwerbstätiger Eltern in der aktuellen Situation schnell anerkennt und in ihren Maßnahmen berücksichtigt: Wer viele Stunden täglich erwerbstätig sein muss, kann unmöglich gleichzeitig Kinder betreuen. Leider wirkt die Entschädigungsleistung aber aufgrund der hohen Anspruchsvoraussetzungen eher wie eine Härtefallregelung, nicht wie eine flächendeckende Unterstützung betroffener Eltern,“ sagt Anja Weusthoff, Mitglied im Vorstand des Deutschen Frauenrats. 

Der Bundestag hatte gestern umfangreiche Hilfsmaßnahmen zur Abmilderung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie beschlossen. Dazu zählt ein Entschädigungsanspruch für Eltern, die Gehaltsausfälle durch die Schließung von Kitas und Schulen in Kauf nehmen müssen, weil sie ihre Kinder nun zuhause betreuen und nicht ihrem Job nachgehen können. Entschädigt werden jedoch nur Eltern von Kindern bis zum 12. Lebensjahr, die die Betreuung nicht mithilfe von Familie, Freund*innen oder Notfallangeboten anderweitig realisieren können, die kein Homeoffice nutzen können und auch keine Möglichkeiten mehr haben, bezahlt der Arbeit fernzubleiben, beispielsweise durch Überstundenabbau oder der Nutzung ihres gesamten Erholungsurlaubs. Wer Kurzarbeitergeld bezieht, kann ebenfalls keine Entschädigung erwarten. Die Entschädigung in Höhe von 67 Prozent des Nettoeinkommens wird höchstens für sechs Wochen gewährt und beträgt maximal 2.016 Euro.

„Vielen erwerbstätigen Eltern und im Übrigen auch nicht wenigen pflegenden Angehörigen droht in der jetzigen Situation ein Verdienstausfall. Wenn nur zwei Drittel des Monatseinkommens kompensiert werden, ist das insbesondere für Frauen mit geringen Einkommen kaum zu verkraften. Und so wie die Voraussetzungskriterien gestaltet sind, bleibt zu befürchten, dass deutlich weniger Eltern von der Leistung profitieren werden, als Unterstützung nötig haben“, so Weusthoff weiter. „Deshalb fordern wir eine Entgeltersatzleistung, die bei all denjenigen tatsächlich ankommt, die sich durch Schließung von Kitas, Schulen und Tagespflegeeinrichtungen empfindlichen Lohnausfällen gegenübersehen.“

Der Deutsche Frauenrat ist die politische Interessenvertretung von rund 60 bundesweit aktiven Frauen-organisationen und damit die größte Frauenlobby Deutschlands.

Die Pressemitteilung als PDF

DER DF IN ZEITEN VON COVID-19

19.03.2020

Deutscher Frauenrat

Das Coronavirus (COVID-19) breitet sich in Deutschland und überall auf der Welt rasant aus. Die Lage ist sehr ernst und für Frauen in vielerlei Hinsicht herausfordernd. Sind es doch mehrheitlich Frauen, die in systemrelevanten Berufen wie in der Pflege, in der Erziehung und im Einzelhandel, arbeiten. Ihre Arbeitsbedingungen haben sich verschlechtert, bei unverändert schlechter Bezahlung. Gleichzeitig stehen viele Familien aktuell vor der großen Herausforderung, das Zusammenleben mit Kindern, die nicht in die Kita und Schule gehen können, zu organisieren. Auch hier sind Frauen in einer ganz besonderen Belastungssituation. Denn die meisten stemmen nach wie vor den größten Teil der Sorgearbeit. Zu all dem wachsen die Befürchtungen, dass in anhaltender Isolierung und Quarantäne zuhause die Gewalt in Familie und Partnerschaft massiv ansteigen wird.

Der DF, als größte Frauenlobby Deutschlands, sieht sich in der Verantwortung, die Interessen von Frauen, auch und insbesondere in dieser angespannten Zeit, zu vertreten. Wir werden uns intensiv mit der momentanen Krisensituation und ihren besonderen Auswirkungen auf Frauen befassen. Und wir fordern angemessene politische Maßnahmen, die verhindern, dass Frauen die Hauptnotleidenden dieser Pandemie werden – und es dauerhaft bleiben. Wir wollen den Finger in die Wunde legen und Forderungen laut machen, wenn sich Gesellschaft verändert.

Wir haben die Arbeitsfähigkeit und Erreichbarkeit des DF in den nächsten Wochen sichergestellt. Die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle arbeiten aktuell von zuhause aus, solange die Situation das zum Schutz ihrer und der Gesundheit anderer erfordert. Wir sind und bleiben grundsätzlich per Mail und Telefon zu erreichen, bitten aber um Verständnis, dass sich Einschränkungen in der Erreichbarkeit Einzelner ergeben können und die Beantwortung der Anliegen etwas länger dauern kann.

Bleiben Sie gesund – und zuhause, um die Gefahr für uns alle zu verringern.

Ihre
Mona Küppers            Dr. Anja Nordmann
Vorsitzende                Geschäftsführerin

Webseite des DF

EQUAL PAY DAY: SORGEARBEIT ANGEMESSEN BEZAHLEN

17.03.2020

Deutscher Frauenrat

Die vom Corona-Virus ausgelöste Krise zeigt einmal mehr: Die Arbeit, die mehrheitlich Frauen für die Gesellschaft leisten, zum Bespiel als Pflegerinnen oder Erzieherinnen ist überlebenswichtig. Doch werden sie dafür nicht angemessen bezahlt. Das ist ein wesentlicher Faktor für die geschlechtsspezifische Lohnlücke. Noch immer verdienen Frauen in Deutschland 20 Prozent weniger als Männer, zeigen aktuelle Zahlen vom Statistischen Bundesamt zum Equal Pay Day.

„Wenn sich jetzt Politiker*innen öffentlich bei Pflegepersonal oder Kassierer*innen bedanken und in den Sozialen Medien Wertschätzung zum Ausdruck bringen, dann muss der nächste Schritt sein, diese Berufsgruppen endlich angemessen zu bezahlen. Anerkennung muss sich auch auf dem Gehaltszettel zeigen,“ fordert die Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Mona Küppers, zum Equal Pay Day. „Wenn die Regierung Mittel in unbegrenzter Höhe der krisenleidenden Wirtschaft in Aussicht stellt, dann muss auch Geld da sein, um dem akuten Pflegekräfte- und Erzieher*innenmangel mit höheren Gehältern entgegenzuwirken,“ so Küppers weiter.

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Das „Jahr der Gleichstellung“ 2020

25.02.2020

Deutscher Frauenrat

„Eine ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie bedeutet, dass alle Bundesministerien Gleichstellung als Querschnittsthema in ihren Vorhaben und Projekten berücksichtigen. Beispielsweise sollte das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen auch immer aus juristischer und gesundheitspolitischer Sicht betrachtet werden. Mit der Aufwertung der Pflegeberufe im Rahmen der „Konzertierten Aktion Pflege“ hat die Bundesregierung bereits ein gutes Beispiel dafür gegeben, wie ressortübergreifende Politik gleichstellungspolitische Maßnahmen ergreifen kann.

Bundesministerin Giffey hat angekündigt, die ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie im ersten Halbjahr 2020 umzusetzen. Wir sind gespannt, wie sie im Detail aussehen wird und dann in den Fachressorts umgesetzt wird. Wichtig ist dabei auch, dass die Strategie für die Ministerien verbindlich ist und ihre Umsetzung überprüft wird.“

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