Das Jurastudium endet mit einer mündlichen Prüfung, die nicht gerecht ist. Grund dafür ist die Gefahr von (oft unbewusster) Diskriminierung. Bereits im Jahr 2017 zeigte eine empirische Untersuchung aus NRW, dass Frauen und Menschen mit zugeschriebenem Migrationshintergrund in der mündlichen Prüfung signifikant schlechter abschnitten als Männer, denen kein Migrationshintergrund zugeschrieben wurde mit vergleichbaren Vornoten. Im Anschluss hieran hat der Arbeitsstab Ausbildung und Beruf des Deutschen Juristinnenbundes e.V. (djb) die Justizprüfungsämter der Länder zu den Diskriminierungsgefahren in den mündlichen Staatsexamina befragt und die Ausbildungsgesetze und -verordnungen der Länder systematisch untersucht. „Schon jetzt gibt es Steuerungsmöglichkeiten, um die Prüfungspraxis diskriminierungsfrei zu gestalten. Es ist an der Zeit, diese auch umzusetzen", so die Präsidentin des djb Professorin Dr. Maria Wersig.
Die Forderungen des djb-Arbeitsstabs Ausbildung und Beruf lauten:
Nachzulesen sind die Ergebnisse der Untersuchung und die Forderungen im Detail in der Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft (ZDRW 2022, S. 23-40). Im Rahmen einer Online-Podiumsdiskussion am 5. Mai 2022 um 18:00 Uhr wird der Arbeitsstab die Ergebnisse vorstellen und mit Praktikerinnen, u.a. aus den Prüfungsämtern und Ministerien, diskutieren. Hier können Sie sich anmelden.
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